Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Stolperstrecke, für die keiner zuständig sein will

Zufahrt zum Tennisverein Stolperstrecke, für die keiner zuständig sein will

Der Tennisverein Michelbach will, dass die Zufahrt zu seinem Vereinsgelände saniert wird. Der Orts­beirat sieht die Stadt Marburg in der Pflicht.

Voriger Artikel
Ein schöner Platz zum Verweilen und Nachsinnen
Nächster Artikel
Jetzt steht die Familie im Mittelpunkt

Peter Bartelmess (links) und Justus Schmidt zeigen den Zustand der Zufahrt zum Tennisgelände.

Quelle: Till Conrad

Marburg. Der Streit schwelt schon seit Jahren: Die Zufahrt von Michelbachs Ortszentrum zur Anlage des Tennisvereins, mit vier Plätzen mitten in einer Wiesenlandschaft gelegen, muss dringend erneuert werden.

Der etwa 500 Meter lange Weg wird, so Peter Bartelmess und Justus Schmidt vom Tennisverein, auch von Fußgängern und Rollator-Fahrern rege genutzt, die vom Neubaugebiet aus ins Ortszentrum wollen, ohne den Kreisel an der Kreisstraße zwischen Michelbach und Sterzhausen passieren zu müssen. Insofern sei die Zufahrt zum Gelände kein Privatweg.

Diese Definition ist wichtig für die Frage, wer für die Unterhaltung des Weges aufkommen muss. Die Stadt Marburg stellt sich auf den Standpunkt, dass die Zufahrt am ehesten als Feldweg einzustufen sei. Der Ortsbeirat Michelbach müsste in diesem Fall aus seinem jährlichen Feldwegebudget für den Unterhalt und die Renovierung bezahlen. Der wiederum schiebt der Stadt den Schwarzen Peter zu und erklärt den Weg zu einer städtischen Straße. Ein offizielles Kataster für den Weg gibt es nicht, obwohl der schon seit Errichtung der Anlage in den 70er-Jahren existiert.

Ortsbeirat lehnt Vorschlag des Tennisvereins ab

Für Fahrradfahrer und Rollatorfahrer ist der Weg mit seinen tiefen Schlaglöchern kaum zu nutzen, für Fußgänger ist er eine gefährliche Zumutung.

Der Tennisverein griff deswegen einen Kompromissvorschlag von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies auf und erklärte sich bereit, einen Anteil von 2000 Euro aus dem Vereinssäckel für eine gründliche Sanierung beizusteuern. Die restlichen Kosten sollten sich Stadt Marburg und der Ortsbeirat aus seinem Feldwegebudget teilen. Auch Ortsvorsteher Peter Aab (SPD) unterstützte diesen Vorschlag. Eine Mehrheit im Ortsbeirat lehnte diesen Kompromissvorschlag jedoch ab. Der Weg sei nun einmal kein Feldweg. „Ich hätte gerne eine andere Entscheidung gehabt“, macht Aab deutlich, „aber die Mehrheit hat entschieden.“

Das Problem ist damit aber nicht gelöst. Peter Bartelmeß und Justus Schmidt vom Tennisverein sind empört über die Entscheidung. „Wir waren kompromissbereit“, sagt Schmidt, „obwohl wir es nicht hätten sein müssen.“

Nun hofft der Tennisverein, dass sich die Stadt Marburg einsichtig zeigt und die Zufahrt doch noch instandsetzt. „Kein schöner Gedanke, wenn Behinderte aufgrund der miserablen Straßenzustände zu Fall kämen und Schadenersatzansprüche entstehen“, sagt Bartelmess.

von Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr