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Nachtflohmarkt Stöbern bei Kerzenschein

Schmuck aus Knete, Babyschuhe aus Wolle oder die gute alte Schallplatte: Der Nachtflohmarkt mit seiner besonderen Atmosphäre zieht viele Besucher an.

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Zum zwölften Mal veranstaltete die Südstadtgemeinde einen Nachtflohmarkt. Jung und Alt stöberten und kauften bei Kerzenschein ein.Foto: Mareike Bader

Quelle: Mareike Bader

Marburg. „Die Zeit passt ganz gut. Heute Morgen wäre ich nicht hingegangen. So ist es ja auch richtig gemütlich“, findet Florian Fischer. Anders als bei den meisten Flohmärkten sind beim Marburger Nachtflohmarkt nicht nur Frühaufsteher unterwegs, die möglichst früh nach Schnäppchen suchen. Auch Florian ist fündig geworden. Besonders freut er sich über eine Live-Aufnahme von „Simon & Garfunkel“ aus dem New Yorker Central Park auf Schallplatte.

„Es ist immer so schön hier mit den Kerzen und so. Das ist ein besonderer Flohmarkt“, sagt Christin Schütz. Die 27-jährige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Marburg verkauft an ihrem Stand selbst gemachten Schmuck aus Fimo-Knete und selbst gestrickte Püppchen und Babyschuhe. „Der Nachtflohmarkt ist sehr romantisch. Es ist viel Betrieb, ich denke die Atmosphäre zieht mehr als ein normaler Flohmarkt“, denkt auch Elfriede Lang. Die 64-Jährige verkauft Dinge aus ihrem Haushalt, die sich mit der Zeit angesammelt haben. „Die Sachen sind mir zu schade, um in den Müll zu schmeißen“, erzählt die Marburgerin. Allerdings schätzt sie schon früh ab, dass sie Zweidrittel der Waren wieder mit nach Hause nehmen wird. Etwa 60 Stände sind an der Frankfurter Straße verteilt, dort wo sonst Mittwoch und Samstag morgens die Händler des Wochenmarkts ihre Ware anbieten. Die Anbieter des Nachtflohmarkts sind bunt gemischt. Die vielen Besucher stöbern bei den Ständen der Händler und Privatanbietern nach Büchern, Schallplatten, alten Haushaltsgegenständen, Brettspielen, Deko-Artikel oder Klamotten.

Mit Einbruch der Dämmerung kommt die besondere Atmosphäre des Nachtflohmarkts richtig zur Geltung - denn Strom gibt es nicht. Mit Kerzen, Taschenlampen oder Petroleumlampen werden die Stände beleuchtet. Manche Besucher zücken die Geheimwaffe des Abends: Die Taschenlampe des Handys, mit der sie weiter nach Schnäppchen suchen.

Der Nachtflohmarkt könne locker mit den vielen Flohmärkten in Berlin mithalten, bestätigt Tanja Schröder. Die Berlinerin ist gerade mit ihrem Freund bei dessen Tante in Marburg zu Besuch.

„Ich finde es voll schön, dass man so unterschiedliche Sachen hat von Klamotten bis zum alten Trödel“, lautet das Fazit der 19-Jährigen. „Wir sind sehr zufrieden. Das Wetter spielt mit und die Besucher auch“, sagt Bernd Hartmann, stellvertretender Vorsitzender der Südstadtgemeinde. Nur selten hat es dieses Mal leicht geregnet.

Auch der Erste Vorsitzende Klaus Gärtner ist zufrieden, besonders mit der Anmeldung der Stände, die im Vorfeld verläuft und damit allen Beteiligten viel Stress erspare: „Das geht immer sehr zügig. Dieses Mal hat es ungefähr zehn Tage gedauert bis alle Plätze weg waren“, resümiert er und dankt gleichzeitig den vielen ehrenamtlichen Helfern, die zwei Mal im Jahr hinter den Kulissen des Nachtflohmarkts aktiv sind und ihn so zu einem der beliebtesten Flohmärkte in Marburg machen.

von Mareike Bader

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