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Stille und Naturgenuss gehören zum Dienst

Forstamtsleiter Stille und Naturgenuss gehören zum Dienst

Eberhard Leicht ist seit einem halben Jahr Forstamtsleiter im Burgwald. Ihn reizen die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt des Burgwalds, denn der Förster ist auch leidenschaftlicher Naturschützer.

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Sein Arbeitsplatz ist der Wald und zwar ein besonderer Wald: Im einzigartigen Burgwald genießt Eberhard Leicht seine Tätigkeit als Forstamtsleiter manchmal fernab von jedem Geräusch der Zivilisation.

Quelle: Patricia Kutsch

Bottendorf. „Das ist eine Menge Holz“, sagt Eberhard Leicht, wenn er über seinen neuen Zuständigkeitsbereich spricht. Als Leiter des Burgwalder Forstamts ist er für 200 Quadratkilometer Wald verantwortlich. 150 Quadratkilometer davon sind eine zusammenhängende Fläche. „Das ist in dieser Komplexität einzigartig und eine der Qualitäten dieses Waldes“, sagt Leicht. Er genießt die Stille: „Im zentralen Burgwald sind keine Geräusche aus der Zivilisation zu hören.“

Vor seinem Amtsantritt in Bottendorf war Leicht Forstamtsleiter in Vöhl. Seine Arbeit dort war eine ganz andere - was auch an den naturräumlichen Voraussetzungen liegt: Am Edersee gibt es Schiefer und Grauwacken im Boden. Die harten Steine bringen extreme Geländeverhältnisse und steile Felshänge mit sich. „Das ist forstwirtschaftlich problematisch“, erklärt Leicht. Für den Naturschützer in ihm sei das interessant, da sich vielfältige Pflanzen bei diesen trocken-warmen Wuchsbedingungen durchsetzen. Im Burgwald hingegen ist es alles andere als trocken: „Durch den gesamten Wald windet sich ein Netz aus Tümpeln, Sümpfen, Flüssen und Mooren“, erklärt Leicht. Spezielle und wertvolle Pflanzenarten siedeln sich dadurch an. Deswegen fördert der neue Forstamtsleiter die Ausbreitung der Moore. „Da ist eine unheimliche Bewegung drin, Moore verändern sich ständig. Fieberklee und Sumpfcallas blühen dort.“

Der Naturschützer liebt auch die vielfältigen Tierarten in „seinem“ Wald. „Hier gibt es mit dem Uhu und dem Sperlingskauz die größte und die kleinste Eule“, erklärt er. „Es macht Spaß, das zu sehen.“

Wenn Leicht über den Burgwald spricht, ist schnell klar, wieso er sich als Nachfolger von Eberhard Norman beworben hat: Er mochte seine Arbeit in Vöhl, aber spürte eine Verbundenheit zum Burgwald. Dort hatte er seine Karriere als Referendar im früheren Forstamt Rauschenberg in Bracht begonnen. „Es ist toll, für ein so großes und kompaktes Waldgebiet zuständig zu sein. Und für meine Familie passte der Zeitpunkt, um umzuziehen.“

Der Forstamtsleiter findet es toll, mit der eingespielten Mannschaft der Burgwalder Förster zusammenzuarbeiten: „Sie arbeiten alle sehr selbstständig und jeder kennt sein Gebiet.“ Daher sei es auch nicht schlimm, dass er gerade erst dabei sei, jede Waldfläche im Burgwald zu erkunden. Denn für den Wald hatte er in seinem ersten halben Jahr als Leiter des Forstamts noch nicht so viel Zeit, wie er sich manchmal wünschte: Zwei Drittel seiner Arbeitszeit sitzt Leicht am Schreibtisch und lernt die Organisation des Amtes kennen. Er will sich Schritt für Schritt einbringen. „Ich will nicht sagen ‚Hoppla, hier bin ich, und wir machen jetzt alles anders‘“.

Leicht will vielmehr auf den stabilen Fundamenten seines Vorgängers aufbauen. Er ist froh darüber, dass Norman noch oft im Forstamt vorbeischaut und ihm erklärt, wieso einst bestimmte Entscheidungen getroffen wurden. Kopieren will er ihn jedoch nicht: „Jeder hat seine eigenen Akzente.“

Einer der Akzente von Leicht liegt eindeutig im Naturschutz, in seiner Freizeit engagiert er sich im Naturschutzbund: „Ich sehe bei vielen Dingen nicht nur das Betriebliche, sondern auch den Effekt für die Natur“, erklärt er. Das widerspreche sich nicht: Oft besuche er eine Waldfläche, weil es mit seinen Förstern etwas zu besprechen gibt - und entdeckt zufällig eine seltene Pflanzenart, auf deren Schutz es fortan zu achten gelte.

von Patricia Kutsch

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