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Stiftung vergibt eine Million Euro

Medizin-Forschung Stiftung vergibt eine Million Euro

Von Parkinson bis zur Tumorforschung: ein breites Themenfeld kennzeichnet die bei der jüngsten Förderrunde der von-Behring-Röntgen-Stiftung erfolgreichen Forschungsprojekte.

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Bei der Übergabe der Urkunden: Stiftungspräsident Friedrich Bohl (Zweiter von rechts) und der Marburger Medizin-Dekan, Professor Helmut Schäfer (Mitte), sowie die geförderten Wissenschaftler (von links): Professor Jörg Alexander Bartsch, Dr. Lina Matschke, Dr. Bruno Dietsche, Professor Benjamin Straube und Professor Holger Hackstein.

Quelle: Christian Stein

Marburg. Rund eine Million­ Euro stellte die in Marburg ­ansässige Medizinstiftung für sechs Forschungsvorhaben an den medizinischen Fachbereichen in Gießen und Marburg ab 2017 zur Verfügung, wie die Stiftung jetzt mitteilte.

Stiftungspräsident Friedrich Bohl sprach den Begünstigten bei der feierlichen Übergabe der Förder-Urkunden in Marburg seine Anerkennung aus. „An den hiesigen Medizinstandorten wird exzellente Forschung und Lehre betrieben“, sagte Bohl. Und das sind die geförderten Projekte im Einzelnen:

Mit 150000 Euro wird das Forschungsprojekt der Marburger Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Lina Matschke unterstützt. Ziel ihres Projektes ist es, die Mechanismen vor dem Ausbruch der Parkinson-Erkrankung zu verstehen, um langfristig zur Prävention beizutragen. Die Parkinson-Krankheit ist eine­ langsam fortschreitende, degenerative Erkrankung des Gehirns, die aufgrund typischer Bewegungseinschränkungen klinisch ­diagnostizierbar wird. Dabei sind Patienten bereits Jahrzehnte vor dem Ausbruch von Veränderungen des vegetativen Nervensystems und der Psyche sowie von Schlafstörungen betroffen.

Patienten mit Schizophrenie leiden unter Sprach- und Kommunikationsstörungen. Ziel des Forschungsvorhabens von Professor Benjamin Straube (Marburg) und Professor Gebhard Sammer (Gießen) ist es, mithilfe sprachbegleitender Gestik das Sprachverstehen und die Gedächtnisprozesse Betroffener zu verbessern. Langfristig soll die Lebensqualität der Erkrankten verbessert werden. Mit 120000 Euro wird das Projekt der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie in Gießen und Marburg gefördert.

Tumorerkrankungen der Haut

Die „extrakorporale Photopherese“ ist eine der weltweit am häufigsten eingesetzten ­zellulären Immuntherapien. Angewendet wird sie unter anderem bei Tumorerkrankungen der Haut und zur Verhinderung von Transplantat-Abstoßungen. Unklar ist bisher, warum dieses Verfahren bei unterschiedlichen Erkrankungen wirksam ist. Den dahinterliegenden Mechanismus genauer erforschen wollen die Professoren Holger Hackstein, Thilo Jakob und ­Gregor Bein aus Gießen sowie Professor Andreas Neubauer und Dr. Cornelia Brendel aus Marburg in ­ihrem interdisziplinären Kooperationsprojekt, das mit 130000 Euro gefördert wird.

Begleitende Probleme bei Depressionen sind Konzentrations- oder Gedächtnisdefizite, die häufig auch nach der akuten Erkrankungsphase fortbestehen. Neben psychotherapeutischen und medikamentösen Therapiemöglichkeiten erweitern nicht-invasive Hirn­stimulationsverfahren das Behandlungsspektrum. In seinem mit 150000 Euro geförderten Forschungsvorhaben will der Marburger Nachwuchswissenschaftler Dr. Bruno Dietsche die Wirkung von unterschiedlichen Methoden auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Patienten überprüfen und vergleichen. Zusätzlich soll mithilfe von kernspintomographischen Untersuchungen geklärt werden, welche Rolle der Hippocampus - ein Teils des Gehirns - bei der antidepressiven Wirkung der Anwendungen spielt.

Der in Asien und Australien­ verbreitete Krankheitserreger­ „Orientia tsutsugamushi“ wird durch Milben übertragen und führt zu hohem Fieber und Hautausschlag, bei Komplikationen zu tödlichen Hirnhaut- und Herzmuskelentzündungen. Für die zukünftige Impfstoffentwicklung spielt es eine wichtige Rolle, welche Entzündungs-Signalwege durch molekulare Strukturen aus dem lebenden Erreger ausgelöst werden. Dieser Fragestellung geht der Marburger Nachwuchswissenschaftler Dr. Christian Keller in seinem mit 200000 Euro gefördertem Projekt nach.

Patienten mit einem aggressiven Hirntumor oder einem Tumor der Bauchspeicheldrüse haben eine besonders schlechte Lebenserwartung. Ziel des Projektes von Professor Jörg Walter Bartsch (Marburg) und Professor Andre Menke (Gießen) ist es, neue Therapieansätze für diese Krankheitsbilder zu entwickeln. Sie konzentrieren sich dabei auf die Rolle von Tumor-assoziierten Makrophagen, also­ Fresszellen, die das Immunsystem unterstützen. Gefördert wird das interdisziplinäre Projekt mit 175000 Euro.

Die im Marburger Landgrafenschloss ansässige von-Behring-Röntgen-Stiftung wurde­ 2006 vom Land Hessen als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts errichtet. Gegründet wurde sie mit dem Ziel, an beiden Standorten neue Perspektiven für die Hochschulmedizin zu sichern und zu entwickeln. Bislang konnte die von-Behring-Röntgen-Stiftung bereits rund 14,5 Millionen Euro für über 90 Forschungsprojekte ausschütten.

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