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Stickstoff schleudert Bälle nach oben

Wissenschaftsfest „Campus Marburg“ Stickstoff schleudert Bälle nach oben

Das Wissenschaftsfest „Campus Marburg“ ging am Freitag in die zweite Auflage: Zum ersten Mal wurde es im Frühsommer ausgetragen.

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Ein Bälle-Regen ergoss sich über die staunende Menge vor dem Neubau Chemie auf den Lahnbergen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Was passiert, wenn in Marburg ein Sack Reis umfällt, das demonstrierten am Freitagnachmittag die drei Chemiker Dr. Michael Schween, Dr. Karl-Heinz Muth und Martin Arnold bei der Eröffnungsshow vor dem Chemie-Neubau auf den Lahnbergen.

Im Mittelpunkt stand dabei das Thema Energie, zunächst aus physikalischer, dann aus chemischer Betrachtungsweise. Mit ihrem Einstiegsexperiment veranschaulichten sie das Prinzip der 
„kinetischen Energie“ (Bewegungsenergie). Denn der Sack Reis wurde von dem Chemie-Studenten Arnold auf ein Wipp-Brett geworfen. Die dabei erzeugte Energie wurde umgelagert und sorgte 
dafür, dass ein Golfball in die 
Höhe geschleudert wurde.

Noch viel spektakulärer wurde es zum Schluss, als die Chemiker flüssigen Stickstoff in eine PET-Flasche füllten, diese 
dann schnell verschlossen in 
einem blauen Mülleimer deponierten und darüber rund 100 bunte Plastikbällchen ausschütteten. Rund 20 Sekunden später platzte die Flasche mit einem Knall und die darüber platzierten Bälle flogen zur großen Begeisterung der rund 100 Zuschauer 
mehrere Meter hoch in die Luft.

Spielangebote, Wissenschaftsquiz und Mitmach-Aktion

Auch wie Batterien funktionieren oder den ohrenbetäubenden Effekt von angezündetem Knallgas (einer Mischung aus detonationsfähigem Wasserstoff und Sauerstoff) auf einen Luftballon führten die Chemiker vor. Ähnliche Experimente führen sie sonst am Chemikum vor. An die Auftakt-Experimente schloss sich gleich ein weiterer Vortrag des Chemikers Dr. Philipp Reiß unter dem Motto „Feuer, Flamme, Licht und Rauch“ an.

Bei der zweiten Auflage des Marburger Wissenschaftsfestes „Campus Marburg“ standen zum Auftakt auch ansonsten die naturwissenschaftlichen Gebäude auf dem Campus Lahnberge im Mittelpunkt. So waren auf der Campus-Meile entlang des Chemie-Neubaus zahlreiche Stände aufgebaut – mit Spielangeboten, Wissenschaftsquiz rund um Artenschutz oder einer Mitmach-Aktion zum Herstellen von Rollsiegeln.

Zur Eröffnung des von Stadt und Universität gemeinsam organisierten Wissenschaftsfestes waren eigens Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause und die städtische Kulturdezernentin 
Dr. Kerstin Weinbach auf die Lahnberge gekommen. „Wir experimentieren bereits seit Jahren mit Formaten, wie sich die Uni mit Unterstützung der Stadt auf eine Weise vorstellen kann, die aus dem normalen Betrieb herausfällt“, sagte Krause.

Stadträtin Weinbach hob besonders hervor, dass dabei das Sich-Wundern und die Neugier auf wissenschaftliche Präsentationen im Vordergrund stehen sollte. Dabei nahm sie Bezug auf ein 
Zitat des ehemaligen Marburger Wirtschaftswissenschaftlers Wilhelm Röpke. Über diesen wiederum hielt später am Abend der Historiker, Professor Eckart Conze, im Lahntal im Uni-Hörsaalgebäude einen Vortrag.

Rund um das Hörsaalgebäude der Hochschule im Tal standen bis in die Nacht hinein noch viele weitere Mitmach-Aktionen und Vorträge auf dem Programm.

von Manfred Hitzeroth

 
Beim „Campus Marburg“ gab es spannende Experimente, aber auch spaßige Begegnungen. Foto: Nadine Weigel
 
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