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"Steekloppper" seit 25 Jahren dabei

Hessentagsfestzug "Steekloppper" seit 25 Jahren dabei

Eine bunte Mischung aus langjährigen Hessentags-Akteuren und Neulingen vertritt den Landkreis und die Stadt Marburg am kommenden Sonntag beim Festzug zum Abschluss des diesjährigen Hessentags in Herborn.

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Seit 25 Jahren präsentieren die „Steeklopper Mornshausen/D.“ mit ihrem Motivwagen „Arbeiten im Steinbruch“. Am Sonntag sind sie auch beim Festzug in Herborn dabei.

Quelle: Jürgen Jacob

Marburg. Als im Jahr 1991 die „Steeklopper Mornshausen/D.“ die Idee eines Motivwagens zum Thema „Arbeiten im Steinbruch“ zur 1200-Jahr-Feier des Nachbarorts Dautphe hatten, konnte keiner ahnen, dass dies nun seit einem Vierteljahrhundert zum Aushängeschild der ganzen Region geworden ist.

Nachdem sie im ersten Jahr nicht nur in Dautphe präsent waren, sondern auch am Gladenbacher Kirschenmarkt teilnahmen, waren die „Mornshäuser Steeklopper“ um den damaligen Ortsvorsteher Walter Jacob 1992 das erste Mal bei einem Hessentagszug in Wolfhagen dabei.

Inzwischen sind es rund 20 Hessentags-Städte zwischen Hofgeismar und Heppenheim, Weilburg und Hünfeld, die die Mornshäuser Mannen besucht haben. „Und es sind immer ganz besondere Begegnungen gewesen“, erzählt der mittlerweile verrentete Walter Jacob, „mit den Menschen in den Orten, aber auch mit den anderen Zugteilnehmern.“

Am Sonntag wird er das Ganze aber vor dem Fernseher verfolgen. „Die Gesundheit macht nicht mehr mit, und außerdem haben wir ja mittlerweile auch tolle Nachwuchskräfte“, erzählt Jacob schmunzelnd. Aber er denkt auch an einige Wegbegleiter aus den Anfangsjahren, die mittlerweile verstorben sind.

Zusammen mit Manfred Schumann, Hans Wick, Albert Burk, Bernd Fedders, Hans Pohl, Erhard Schmitt und Gerd Burk hatte er vor inzwischen 25 Jahren den Motivwagen der „Stee‑
 klopper Mornshausen“ ins Leben gerufen.

Drei Tonnen schwerer Stein

Auf dem Wagen werden, damals wie heute, in der Kipperbude die Diabas-Steine behauen – damit wird auf dieses alte Handwerk hingewiesen. Auch waren weitere Gemeinden der Umgebung Gewinnungsort für den Diabas, so dass der Wagen durchaus ein Stück Hinterländer Geschichte verkörpert. Mittlerweile gibt es außer dem Wagen, der schon so viele Städte und Gegenden bereist hat, auch eine stationäre Gedenkstätte direkt an der Bundesstraße 453 in Mornshausen.

Am Sonntag werden die „Steeklopper Mornshausen“ den Hessentags-Festzug in Herborn mitgestalten und haben neben einer originalen Kipperbude eine Lore mit einem drei Tonnen schweren Diabas-Stein auf ihrem Motivwagen. Auch für die Verpflegung wird gesorgt: Der äußerst begehrte gebratene Speck wird nicht nur den Steekloppern, sondern auch dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier oder dem Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow auf der Ehrentribüne schmecken.

Zugnummer 100 für die "Steeklopper"

Und als ob die Organisatoren der Hessischen Staatskanzlei es gewusst hätten, dass diese Teilnahme ein kleines Jubiläum für die Mornshäuser ist, haben sie den Dautphetalern die Zugnummer „100“ mit auf den Weg gegeben. Sie sind daher in der Mitte der mit elf Gruppen stärksten Kommune im Starterfeld.

Nur die gastgebende Stadt Herborn und der Lahn-Dill-Kreis bieten mehr Gruppen auf. Das erste Mal bei einem Hessentags-Festzug ist die Dreschflegelgruppe Silberg mit ihrem Motivwagen, der direkt vor den Mornshäusern startet. „Wir sehen das auch als Generalprobe für die Steubenparade in New York, für die wir uns im Jahr 2017 bewerben“, sagt der ehemalige Ortsvorsteher Lars Kolbe.

Am Sonntag wollen die rund 20 Mitglieder in Hessenkitteln den „Dreschflegeleinsatz wie damals“ vorstellen.

Mit der Nummer 96 geht die Gruppe des Trachtentanz- und Heimatvereins Lixfeld als erste aus dem hiesigen Landkreis auf den Weg. Gefolgt von der „Hinterländer Blasmusik“ des Musikvereins Bad Endbach und dem Motivwagen „Eisenschmelzen in Achenbach vor 1 250 Jahren“.

Kirschenkönigin Katharina I. gibt sich die Ehre

Gladenbachs Kirschenkönigin Katharina I. geht dann nach den beiden Dautphetaler Gruppen mit der Nummer 101 an den Start, gefolgt von der 20 Personen starken „Kurhessischen Bürgergarde Kirchhain“, die sich wie im Revolutionsjahr 1848 präsentieren. Mit der „Freyen Ritterschaft Mellnau“ und den „Landtechnikfreunden Niederwalgern“ folgen zwei weitere Neulinge unter den Zugteilnehmern.

Der Motivwagen „Historischer Schlossbus der Universitätsstadt Marburg“ und die Tanzsportgemeinschaft Marburg schließen dann den Reigen der heimischen Teilnehmer ab. Am heutigen Samstag stehen 16 Kinder und Jugendliche der Jugendmusikgemeinschaft Blankenstein zusammen mit drei weiteren Kinderchören ab 18 Uhr auf der Bühne „dm-Kinderland“.

Unter der Leitung von Anne Sandtner probten die Mitglieder am Mittwoch in den Räumen der Fahrschule Hohn in Gladenbach. Streng korrigierte Sandtner bei der Generalprobe falsche Töne und mangelnden musikalischen Einsatz. Beim Lied „Supercallifragelistisch“ kam es für sie auf die richtige Betonung an. Bevor gesungen wurde, mussten aber noch die Gitarren gestimmt werden. In Herborn singt der Chor zudem „Wir bauen ein Hotel“ und „This old man“.

von Jürgen Jacob 
und Silke Pfeifer-Sternke

Hintergrund

Einer der Höhepunkte jedes Hessentags ist der Festzug am letzten Sonntag. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „70 Jahre Hessen“. Mehr als 3 000 Teilnehmende in 147 Zugnummern werden dem Publikum ein prächtiges Schauspiel aus Tradition und Moderne präsentieren.

Aus der Hessentags-Stadt Herborn sowie aus dem Lahn-Dill-Kreis machen sich jeweils 15 Gruppen zu Fuß oder mit einem Motivwagen auf den rund 2,5 Kilometer langen Weg.

Ab 13.30 Uhr bewegt sich der Zug von der Burger Landstraße im Norden der Stadt vorbei an der Ehrentribüne in der Professor-Sell-Straße, in die Walther-Rathenau-Straße über die Dill in die Westerwaldstraße und biegt schließlich in die Austraße ab, wo er sich etwa am Kreisverkehr Rewe-Markt auflösen wird.

Traditionell wird der Zug angeführt von der Polizeireiterstaffel Hessen, dem Landes-Polizeiorchester sowie dem Hessentags-Paar 2016, Janina Till und Cetin Celik, auf dem Motivwagen, mit dem sie bereits 2015 beim Hessentagszug in Hofgeismar teilnahmen.

Der Zug zählt 158 Gruppen, 73 Motivwagen, 39 Fußgruppen, 27 Musikgruppen, 19 Trachtengruppen, 18 Pferde, ein Esel und neun Ziegen. Im Aufstellgebiet an der Burger Landstraße ist er etwa 1 300 Meter lang, und es wird rund drei Stunden dauern, bis er an den Zuschauern vorbeigezogen ist.

Die Ehrentribüne, von wo aus auch der Hessische Rundfunk seine Moderation für die Fernseh-Liveübertragung macht, ist diesmal bereits kurz nach dem Start.
Dort findet am Ende des Zugs auch die Fahnenübergabe an die kommende Hessentags-Stadt Rüsselsheim statt.

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