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Stau im Posteingang statt Schlangen

Wintersemester Stau im Posteingang statt Schlangen

Die Vorbereitungen für das kommende Wintersemester laufen an der Universität auf Hochtouren: Im Studierendensekretariat geht eine Vielzahl von Online-Bewerbungen potenzieller Studienanfänger ein.

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Die Hörsäle der Uni bleiben auch im Wintersemester voll wie bei dieser Physik-Einführungsveranstaltung im Oktober 2013.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Zeit der Semesterferien ist auch die Zeit der Neueinschreibungen. Früher bildeten sich dabei vor allem vor dem Start des Wintersemesters lange Schlangen von Erstsemestern vor dem Studierendensekretariat, die bis auf die Biegenstraße reichten. Das hat sich mit der Umstellung der Verfahren auf Online-Bewerbungen und Online-Einschreibungen grundlegend geändert.

„Die Einschreibung, die früher persönlich erfolgte, ist seit 2007 auf ‚postalisch‘ umgestellt. Daher haben wir keine echten Warteschlangen mehr. Dafür stauen sich die Briefe im Posteingang “, erläutert Michael Bosshammer, der Leiter des Uni-Studentensekretariats auf OP-Anfrage.

Das bedeutet aber nicht, dass nicht einige der Studierenden noch für ihre Immatrikulation persönlich beim Studierendensekretariat vorbeikommen. Diese Hochphase dauert nach Angaben von Bosshammer von Mitte Juni bis Mitte Oktober. Zudem gibt es dort besonders in diesen Wochen einen verstärkten Publikumsverkehr in so unterschiedlichen Angelegenheiten wie der Rückmeldung für das neue Semester oder wegen des Verlusts des Semestertickets.

Uni-Vizepräsident Professor Harald Lachnit betont, dass die Antwort auf die Frage nach der Studierendenzahl für das Wintersemester noch ein bisschen eine Art Kaffeesatzleserei ist. Denn die Berechnung der Gesamtzahlen ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Eine Reihe von Verfahren für die Studienplatzvergabe sind noch nicht abgeschlossen, sagte Lachnit der OP.

Weniger Bewerbungen

Die Zahl der Bewerbungen um einen Studienplatz war Anfang August mit circa 30000 um 11 Prozent geringer als im vergangenen Jahr. Ungeachtet dieser geringeren Zahl an Bewerbungen hatte die Universität zum Stichtag 26. August mit 4104 Neueingeschriebenen nur 3,75 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. In dieser Zahl sind die „echten Erstsemester“ und die Stu­dienfachwechsler zusammengefasst. Derzeit liegt die Gesamtzahl der Studierenden bei 25000. Bei der letzten Senatssitzung des Sommersemesters vor einigen Wochen hatte Lachnit noch geschätzt, dass die Rekord-Studierendenzahl von 25700 Studierenden aus dem vergangenen Wintersemester in diesem Jahr wohl mindestens erreicht oder sogar noch geringfügig gesteigert werden könnte.

Diese Schätzung revidiert Lachnit nach dem jetzigen Stand leicht. Der Vizepräsident schätzt, dass die Studierendenzahl voraussichtlich leicht sinken wird. Endgültig abgerechnet für das Wintersemester wird aber erst Mitte November. Bis dahin können noch mehrere Faktoren die Gesamtzahl beeinflussen. So sind bei Fächern ohne Zulassungsbeschränkung in 17 Bachelorstudiengängen noch Bewerbungen bis zum 26. September möglich. Und bis heute sind noch in 25 Masterstudiengängen Bewerbungen möglich. Andererseits wird es bis zum offiziellen Ende des Sommersemesters auch noch viele Abmeldungen geben: Viele Studierende beenden erst kurz vor dem Semesterende ihre Abschlussarbeit und melden sich dann nach dem Studienende von der Universität ab.

Ungeachtet der Gesamtstatistik gibt es aber bereits einige Trends zu vermelden. Demnach deutet sich laut Lachnit in keinem Fachbereich oder Fach eine gravierendere „Überlast“ an. Ein wenig mehr Neuanfänger als erwartet gibt es aber wohl bei den Politikwissenschaftlern sowie in der Betriebswirtschaftslehre im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

Klar ist aber laut Lachnit, dass die Studentenzahl unverändert hoch bleibt. In nahezu allen Fachbereichen werden die Studien-Kapazitäten zu mehr als 100 Prozent ausgeschöpft. Und auch im Straßenbild werden die Marburger ab Oktober kaum einen Unterschied zum Rekordsemester bemerken, auch wenn die Studierendenzahl leicht zurückgehen sollte.

von Manfred Hitzeroth

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