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Statt Hektik herrscht ungewohnte Ruhe

Neuer Bahnhofsvorplatz Statt Hektik herrscht ungewohnte Ruhe

Nach gut einer Woche sind die ersten Erfahrungen mit dem Bahnhofsvorplatz überwiegend ­positiv. Als erstes fällt die Ruhe auf.

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Die Marburger Stadtwerke montierten am Freitag größere Hinweisschilder auf den neuen Bussteigen.

Quelle: Till Conrad

Marburg. Alteingesessene Marburger, die den Bahnhofsvorplatz noch aus der Zeit vor dem Umbau kennen, sind überrascht, wie sehr der Verkehrslärm auf Marburgs neuer Verkehrsinsel abgenommen hat – so sehr nämlich, dass man die Fahrgeräusche von der Hochbrücke der B 3 als Hintergrundrauschen wahrnimmt, eine völlig neue Erfahrung.

Stichproben der OP am Donnerstag und am Freitag zeigen, dass tatsächlich kaum noch Pkw den Bahnhofsvorplatz befahren. Damit scheint ein wesentliches Ziel des Umbaus erreicht worden zu sein, nämlich die Verkehrsberuhigung des Areals, das zu Marburgs „Visitenkarte“ werden soll.

An einem anderen Ziel könnte man noch arbeiten: Das gleichberechtigte Nebeneinander von Fußgängern, Radfahrern und Bussen. Bei den OP-Stichproben fallen vor allem die Radfahrer auf, die vorsichtshalber auf dem Gehweg statt auf der Fahrbahn entlangbrettern. Die Fahrbahnmarkierung macht wenig deutlich, wo sie sich zu bewegen haben.

Stadtwerke-Sprecher Pascal Barthel spricht von überwiegend positiven Rückmeldungen der Buskunden. Rückmeldungen von Kunden sind überwiegend positiv. Hervorgehoben werde vor allem der zentrale Umsteigepunkt ohne Querungen und die kurzen Wege, sagt Barthel. Die Haltestelle sei mit der Inbetriebnahme gut von den Fahrgästen angenommen worden, berichtet Barthel weiter.

Stadtbusse sparen Zeit

Probleme gab es zunächst mit dem schnellen Überblick darüber, welche Linie von welchem Bahnsteig abfährt. Am Freitagvormittag montierten Mitarbeiter deswegen an den einzelnen Bussteigen auf der Mittelinsel neue, größere Hinweisschilder.

Busse, die den Bahnhofsvorplatz in Richtung Bahnhofstraße verlassen, erhalten mittels eines Funksignals freie Fahrt über die Kreuzung Elisabethbrücke. In den ersten Tagen verzeichneten die Stadtwerke einige technische Probleme, die aber, so Barthel, gleichfalls behoben sind. Kleiner Nebeneffekt für die Stadtwerke: Sie verzeichnen einen leichten Zeitgewinn.

Die Umsteigzeit von einer Linie in die andere verkürzte sich von fünf auf drei Minuten, teilte der Stadtwerke-Sprecher mit. Die Straßenverkehrsbehörde zieht ebenfalls eine positive Zwischenbilanz: Die neue Verkehrsregelung werde gut angenommen. „Nach einer Woche liegen uns keine negativen Rückmeldungen vor“, berichtet Stadtsprecherin Sabine Preisler.

Es gibt allerdings auch Mängel: Unter den Bussteigen zieht es, der helle Straßenbelag weist schon deutliche Fahrspuren auf. Augenzeugen sprechen davon, dass vereinzelt Pkw im Windschatten der Busse die Kreuzung an der Elisabethbrücke überquert haben. „Bei Hinweisen auf Verstöße werden wir selbstverständlich die Einhaltung der Regeln kontrollieren“, sagt Harald Schröder, der Leiter der Straßenverkehrsbehörde.

von Till Conrad und Alexander Graf

 
Umfrage: Wie gefällt Ihnen der neue Bahnhofsvorplatz?

Adrian Deuster, 27:
„Die Neugestaltung ist eine deutliche Aufwertung des Bahnhofsviertels. Allerdings scheint mir der Platz für Marburg etwas zu überdimensioniert, es wirkt alles ein bisschen zu groß.“

 

Luisa Pieper, 22:
„Ich finde, dass der Platz sehr schön geworden ist. Im Vergleich zum alten ist jetzt alles viel übersichtlicher und man muss nun nicht mehr so weit laufen.“

Niklas Waltenberg, 22:
„Dem Marburger Stadtbild tut der neue Platz sehr gut, es wirkt alles viel aufgeräumter und transparenter. Der Busverkehr läuft dadurch jetzt viel geordneter.“

Toni Assis, 20:
„Der Platz ist schöner als vorher, der alte gefiel mir nicht. Dabei ist gerade ein Bahnhofsplatz wichtig für eine Stadt, er ist ja das erste, was man sieht, wenn man aus dem Zug steigt.“

Tom Mölders, 19:
„Aufgrund der hohen Kosten bin ich skeptisch, man hätte das Geld bestimmt auch anderweitig sinnvoller verwenden können. Die Optik überzeugt allerdings.“

 Umfrage, Fotos: Alexander Graf

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