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Start in ein herausforderndes Berufsleben

36 neue Lehrer Start in ein herausforderndes Berufsleben

Sie haben es geschafft: In der hessischen Lehrkräfteakademie wurden 36 junge Frauen und ­Männer feierlich nach dem absolvierten zweiten Staatsexamen ins Lehramt verabschiedet.

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Insgesamt wurden 36 Referendare und Referendarinnen verabschiedet, davon 18 angehende Haupt- und Realschullehrer, 6 Förderschullehrer und 12 Grundschullehrer. Insgesamt überwogen mit 32 zu 4 die Frauen auch in diesem Jahrgang deutlich.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Erst jetzt sind sie damit fertig ausgebildete Lehrer, denn wer in Deutschland diesen Beruf ausüben möchte, muss nach dem ersten Staatsexamen je nach Bundesland fast zwei Jahre als Referendar fortgebildet werden und im Anschluss das zweite Staatsexamen bestehen. In diesem Studienseminar waren 18 angehende Haupt- und Realschullehrer (L2), 6 Förderschullehrer (L5) und 12 Grundschullehrer(L1) vertreten.

In Marburg selbst ist es nur möglich, Gymnasiallehramt (L3) zu studieren. Dementsprechend hatten die meisten ihr erstes Examen in Kassel oder Gießen absolviert, wie auch Raimond McAtee, einer von nur zwei Männern unter den Grundschullehrern.

„Ich habe mich für diese Altersstufe entschieden, weil es einfach am schönsten ist. Eigentlich hatte ich eine Ausbildung zum Chemielaboranten in der Tasche, aber dann kam der Zivildienst, den ich an einer Schule machte. Dort habe ich schnell gemerkt, dass mir der Unterricht mit den Jüngsten eher liegt“, sagte McAtee, der neben den Pflichtfächern Mathe und Deutsch noch Sport und Religion unterrichtet. Mit den Ausbildern im Referendariat war er dabei meistens zufrieden. „Klar, man kommt mit manchen immer besser klar als mit anderen.“ In Zukunft möchte der 29-Jährige gerne im Umkreis Marburg bleiben und sich mit einer festen Anstellung ein Leben aufbauen.

Mitreferendarin Kristin Hoydem hat da ganz andere Pläne: Die 26-Jährige, die wie McAtee in Gießen studierte, will lieber ins Ausland. „Klar, viele wollen schnell verbeamtet werden, aber ich möchte mich noch nicht so festlegen. Vielleicht geht es jetzt erst mal nach Dänemark“, sagte die Haupt- und Realschullehrerin in Mathe und Deutsch. Im Gegensatz zum Grundschullehramt können die Fächer in L2 und L3 frei gewählt und kombiniert werden.

Auch Hoydem war mit ihren Ausbildern zufrieden, stellte aber auch fest, dass der Druck durch häufige Unterrichtsbesuche im heutigen Referendariat sehr hoch sei.

Studienseminar-Leiter:hervorragendes Niveau

Der Leiter des Studienseminar Dr. Rainer Eckhardt war zufrieden mit seinen Schützlingen: „Wenn man bedenkt, wie herausfordernd dieser Beruf ist, dann muss man um so mehr glücklich darüber sein, wie viel Engagement und Optimismus unsere Referendare und Referendarinnen aufbringen. Selbst heutzutage fallen noch viele Kinder aus dem Raster, einfach weil sie nicht entsprechend ihrer Möglichkeiten gefördert werden. Noch immer werden ganze Gruppen benachteiligt, früher die Mädchen vom Lande, heute die Jungs aus der Stadt, von besonders talentierten beziehungsweise abweichenden Lerntypen ganz zu schweigen. Gerade deswegen bin ich so glücklich darüber, dass wir ein wirklich hervorragendes Niveau in dieser Gruppe hatten. Und daher glaube ich auch, dass sie für ihre Schülerinnen und Schüler hervorragende Lehrer sein werden!“

von Marcus Hergenhan

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