Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Standort-Gerüchte um Kinder-Onkologie

Uniklinikum Standort-Gerüchte um Kinder-Onkologie

Das Tauziehen um eine mögliche Verlegung der Kinderkrebsstation vom Standort Gießen nach Marburg ist noch nicht entschieden.

Marburg. Das sagt Marburgs Medizin-Dekan Professor Matthias Rothmund und widerspricht damit anders lautenden Medienberichten. Dort hieß es, Vertreter beider Standorte hätten sich auf ein entsprechendes Maßnahmenpaket geeinigt.

Danach soll die Stelle von Professor Alfred Reiter, der die Kinderonkologie Gießen zu einer weltweit beachteten Einrichtung führte, auch in Gießen wieder neu ausgeschrieben werden. Dafür müsste der Standort an anderer Stelle Abstriche hinnehmen. Details sind nicht bekannt. Kritiker der Verlegung, zu denen unter anderen Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) gehört, sind erleichtert. Sie sehen nicht nur die Abwertung ihres Standorts. Vielmehr bemängeln sie die fehlenden Strukturen in Marburg, „die zu einem gefährlichen Nachteil für hochkomplexe, kleine Patienten erwachsen könnten.“

Als „völligen Quatsch“ bezeichnet Matthias Rothmund die Gerüchteküche. Natürlich sei Marburg in der Lage, die Patienten bestmöglich zu versorgen. „Es fehlt momentan einfach nur der Spezialist.“ Am Donnerstagabend kommt es zum Treffen der „Ständigen Kommission Forschung und Lehre“. Dort soll das Thema besprochen und auch beschlossen werden. „Ein Umzug ist nicht vom Tisch“, sagt Rothmund und will sich an Spekulationen nicht beteiligen. „Das bringt nichts.“

Allerdings gibt es noch weitere Anzeichen, die für einen Verbleib der Kinderonkologie in Gießen sprechen. Mitarbeiter des Mutter-Kind-Zentrums berichten bereits seit geraumer Zeit, dass in Marburg aktuell keine krebskranken Kinder aufgenommen und behandelt werden, sondern sämtliche Neufälle ohnehin zum Gießener Standort dirigiert werden.

De facto gebe es keine Kinderonkolie mehr in Marburg, bestätigte gestern im Gespräch mit dieser Zeitung auch Edith Martin, die Vorsitzende der Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder. Sie sagte jedoch ebenfalls: „Im Moment ist alles offen.“

von Carsten Bergmann

und Carsten Beckmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg