Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Stadtwerke planen eine AST-Reform

Anruf-Sammel-Taxi Stadtwerke planen eine AST-Reform

Die Fahrgastzahlen der Anruf-Sammel-Taxis (AST) in Marburg sinken weiter. Im Vergleich von 2014 zu 2013 haben rund 2,5 Prozent weniger Kunden das Angebot der Stadtwerke genutzt.

Voriger Artikel
Gericht spricht Familienvater frei
Nächster Artikel
Quartier für geflügelte Nachtschwärmer

Seit 20 Jahren fahren die Anruf-Sammel-Taxis auf Bestellung in schlechter angebundene Stadtteile oder in Zeiten, wo keine Busse mehr fahren. Die Nutzerzahlen sinken seit einiger Zeit, nun soll dieses Nahverkehrsangebot reformiert werden.

Quelle: Archiv

Marburg. Im vergangenen Jahr zählte das Verkehrsunternehmen nach eigenen Angaben 54 600 Fahrgäste – das sind in der Summe rund 1400 weniger als 2013. Damit setzt sich der Talfahrt-Trend des Transportmittels fort, denn bereits vor zwei Jahren sanken die Fahrgastzahlen um mehrere Prozent auf 56 000. Vor allem in den östlichen Stadtteilen brach die Zahl der Fahrgäste sichtbar ein, teilweise ging sie um mehr als 1 000 Kunden zurück. Vor allem in Schröck (minus 1200), Ginseldorf (minus 1100) und Moischt (minus 900) ist das AST seltener genutzt worden. Auch in Michelbach sank die Nutzerzahl um 800, von 8700 auf 7900 Personen.

„Wir bewegen uns mit den Zahlen im Stadtteil ja auf einem extrem hohen Niveau, auch nach diesem Rückgang. Diese Schwankung beunruhigt mich nicht wirklich“, sagt Peter Aab, Ortsvorsteher in Michelbach.

Andere Stadtteile verzeichnen indes wachsende Fahrgastzahlen. Vor allem Haddamshausen (plus 700) sowie Bauerbach (plus 560) und Elnhausen (plus 300).  „Wir haben relativ viele Heranwachsende und junge Erwachsene, inzwischen auch Studenten, die im Stadtteil wohnen. Für deren Innenstadtbesuche ist das AST attraktiv, auch wegen des Preises“, sagt Jan von Ploetz, Elnhausens Ortsbeirats-Chef. Die Bewohner hoffen, dass das derzeit bestehende Angebot bei künftigen Fahrplanwechseln „nicht ausgedünnt“ werde. Es gebe auch den Wunsch, zu Stoßzeiten größere Kapazitäten vorzuhalten.  „Das ist eine erstaunlich gute Entwicklung. Ich denke, dass vor allem die jungen Erwachsenen das verstärkt an den Abenden und Wochenenden nutzen“, sagt Heinz-Konrad Debus,  Ortsvorsteher von Haddamshausen.  

Kosten: 600 000 Euro, Studenten fahren gratis

Das kommunale Verkehrsunternehmen kostet der Betrieb 600 000 Euro pro Jahr. Die Einnahmen sind hingegen gering. Ein Grund dafür ist, dass Studenten, die aufgrund des RMV-Semestertickets das AST gratis nutzen können, die Hauptkundschaft bilden. „Der Rückgang der Beförderungszahlen in den vergangenen Jahren kann auf die Verlagerung von Fahrten mit Mietwagen, auf eine Veränderung in der Verkehrsmittelwahl von Einzelpersonen und vor allem auf die zeitliche Ausweitung des Stadtbusverkehrs in die Stadtteile zurückgeführt werden“, sagt Pascal Barthel, Sprecher der Stadtwerke. Vor allem in Schröck und Moischt hängen seinen Aussagen zufolge die eingebrochenen AST-Fahrgastzahlen mit der Linienbus-Einführung im Dezember 2014 (nach Stadtwerke-Angaben alleine in diesem Monat eine Verlagerung von AST auf Bus um 650 Kunden) zusammen.

Den Plan, das AST auszubauen, die Nutzungszahlen zu verbessern, haben die Stadtwerke indes verworfen. Verbindungen sollen in naher Zukunft modifiziert werden, indem anstatt der Klein- dann Linienbusse fahren. „In der Entwicklung des neuen Nahverkehrsplans wollen wir so weit wie möglich in diese Richtung umstellen“, sagt Barthel.

Umstellung auf Linienbusse soll Komfort verbessern

Für Kunden werde eine etwaige Umstellung des AST auf Linienbus einen „erheblichen Vorteil darstellen, da die Reiseplanung nicht mehr im Vorhinein erfolgen muss, sondern spontan, ohne bislang nötige Vor-Anmeldung in den Bus gestiegen werden“ könne. Ortsvorsteher Debus:  „Wir im Allnatal sind was die Busanbindung angeht jetzt schon gut versorgt, der Stundentakt und die Zusatzangebote passen für uns.“

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr