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Stadtwerke motzen Bus-Stopps auf

Moderne Technik Stadtwerke motzen Bus-Stopps auf

Service-Offensive der Stadtwerke: An den am meisten benutzten Bushaltestellen im Stadtgebiet werden in Zukunft digitale Anzeigen nach Vorbildern in Großstädten installiert.

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Was in Kiel und vielen Großstädten bereits seit Jahren Standard ist – digitale Anzeigetafeln im öffentlichen Nahverkehr – wird in Marburg Ende 2014, Anfang 2015 eingeführt.

Quelle: Archivbild

Marburg. Immer wieder zückt Kai Friedrich sein Handy. Der 28-Jährige blickt auf die Uhr, dann dreht er den Kopf nach links. Autos rollen viele die Straße entlang, doch von der Linie 6, die ihn auf den Richtsberg bringt, keine Spur. „Die hätte doch schon vor fünf Minuten abfahren sollen“, sagt der Kfz-Mechaniker. Das Grummeln wird lauter am Erlenring, die Ungeduld fordert ihren Tribut, Ärger greift um sich. Warten, die Ungewissheit wann der Bus kommt nervt Friedrich. So, wie viele andere Marburger - doch die Stadtwerke steuern nun gegen. Der Nahverkehrsbetrieb rüstet die Haltstellen nach dem Vorbild der Metropolen auf: Sogenannte dynamische Fahrgastinformations-Systeme werden in der Stadt aufgebaut.

Rudolphsplatz, Hauptbahnhof, Universitätsstraße: Vor allem die Haltestellen auf der Innenstadt-Achse werden mit moderner Technik ausgestattet. „An solchen besonders relevanten Verkehrspunkten ist das neue System vor allem als Service für die Kunden gedacht“, sagt Christoph Rau, Geschäftsführer von Stadtwerke Consult. An insgesamt 24 Bus-Stopps soll es zukünftig elektronische Anzeigetafeln geben. Dort soll der Fahrgast über die verbleibende Wartezeit informiert werden - Verspätungen bereits inklusive. Vorerst aber nur an zwei Dutzend ausgewählten Haltestellen. Diese sollen sich laut Rau, hauptsächlich „zwischen Südbahnhof und Hauptbahnhof“ befinden. Zudem sollen stark genutzte Haltestellen, wie etwa am Universitätsklinikum und „zwei bis drei vergleichbare Stationen“ dazugehören.

Bis Ende 2014, spätestens Anfang 2015 sollen die Digitaltafeln aufgebaut sein, welche die Abfahrtszeiten der jeweiligen nächsten Linien anzeigen. Einen ganz genauen Zeitplan zu definieren sei momentan noch nicht möglich, so Rau. Denn derzeit laufe noch die Ausschreibung für die Installation. Es seien jedoch bereits im Hintergrund Arbeiten an der komplexen Technik im Gange, die für Kunden zwar nicht sichtbar seien, „aber welche die meiste Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Rau. Bis zur Fertigstellung der Planung und der Aufbauarbeiten werde es daher noch eine Weile dauern. Das mühsame Durchsuchen mehrerer Aushangfahrpläne für die einzelnen Buslinien in den Wartebereichen hat Rau zufolge damit bald ein Ende. „Das ist ein wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit unseres guten Busangebotes“, sagt Franz Kahle, Aufsichtsrats-Chef der Stadtwerke und Bürgermeister.. „Einfacher und bequemer“ werde es künftig für Kunden, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Über die reine Anzeige hinaus, soll das System auch für die Sicherstellung von Anschluss-verbindungen sorgen. Außerdem verfügt die Technik über ein Sprachausgabemodul, von dem vor allem Sehbehinderte profitieren sollen.

Bei dem Vorhaben handelt es sich um eine Millionen-Investition. Etwa 2,2 Millionen Euro kostet die Installation der Anzeigetafeln. Das hessische Verkehrsministerium schießt jedoch 1,3 Millionen Euro hinzu, wie die Behörde mitteilte.

von Björn Wisker

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