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Stadtwerke korrigieren „Versuch“

Fahrplanwechsel Stadtwerke korrigieren „Versuch“

Die Stadtwerke Marburg nehmen einen Teil ihrer Änderungen zurück, die mit dem letzten Fahrplanwechsel in Kraft getreten sind – und kommentieren das mit der Schlagzeile „Versuche kann man ­korrigieren“.

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Seit dieser Woche halten Busse der Linie 9 wieder in der Fontanestraße.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Stadtwerke Marburg fahren ab sofort wieder die Haltestelle Fontanestraße mit der Linie 9 an. Das teilten die Stadtwerke in einer Pressemitteilung unter der beziehungsreichen Überschrift „Versuche kann man korrigieren“ mit.

Die zunächst bis April befristeten Änderungen mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wie der Wegfall von einzelnen Haltestellen oder das Auslassen einzelner Haltepunkte habe zu einem „breiten Dialog zwischen Fahrgästen und Stadtwerken“ geführt.

Bis zum 9. April wollen die Stadtwerke Marburg zudem prüfen, ob weitere Haltestellen wieder angefahren werden. Insbesondere der Wegfall der Haltestellen Konrad-Adenauer-Brücke und Universitätsbibliothek hatte bei Busnutzern zu Unverständnis und Protesten geführt.

Schüren: Erst die Praxis zeigt, ob Konzepte funktionieren

Man kann die Mitteilung der Stadtwerke so verstehen, dass das Unternehmen eigene Experimente einstellen. Das wäre immerhin ein nicht allzu häufig praktiziertes Verfahren in der Marburger Verkehrspolitik.

Man kann aber auch zu der Auffassung kommen, dass Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren, SPD-Urgestein, jahrzehntelang als Drahtzieher hinter den Kulissen bekannt und kommunalpolitisch im Kreistag des Landkreises Marburg-Biedenkopf aktiv, auch den aktuellen Verkehrsversuch im Nordviertel kommentiert.

„Es kann passieren, dass neue Ideen zur Verkehrspolitik in der Theorie sehr gut klingen, aber erst die Praxis zeigt, ob diese wirklich dauerhaft umgesetzt werden können“, lässt sich Schüren zitieren. „Wenn ein Verkehrsversuch scheitert, dann muss man sich dies eingestehen und die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen.“

Verkehr auf der Bahnhof­straße am Freitagnachmittag. Foto: Ruth Korte

Quelle:

Auf Nachfrage der OP, ob seine Äußerungen über Verkehrsversuche auch auf den Verkehrsversuch Nordstadt gemünzt seien, wollte sich Schüren nicht konkret äußern.

„Als Nahverkehrsunternehmen sind wir Auftragnehmer der Stadt und mischen uns in kommunalpolitische 
Debatten nicht ein.“

Das Ziel der Fahrplanumstellung vom Dezember sei gewesen, „dass die Durchschnittsgeschwindigkeit unserer Busse in der Innenstadt nicht noch weiter abnimmt“, erklärt Schüren – auch diese Formulierung ein deutlicher Bezug zur aktuellen Verkehrspolitik.

Aber: „Belastbare Zahlen“ über die Verlängerung der Fahrtzeiten von Südbahnhof zum Hauptbahnhof seit Beginn des Verkehrsversuchs lägen aber nicht vor, erklärte am Dienstag Stadtwerke-Sprecher Pascal Barthel gegenüber der OP.

Spitzenkandidaten und OP 
vor Ort in der Bahnhofstraße

Die Stadt Marburg ist unterdessen bemüht, die Auswirkungen der neuen Verkehrsführung in der Nordstadt zu mindern. Tina Eppler vom Presseamt der Stadt teilte am Dienstag auf OP-Anfrage mit, dass die Synchronisierung der Ampelschaltungen an der B3-Abfahrt und der Kreuzung Robert-Koch-Straße/Bahnhofstraße aller Voraussicht nach Ende Januar abgeschlossen ist.

Sie soll gemeinsam mit kleinen Umbauten an der Radfahrampel am Bahnhofsvorplatz geschehen, die zukünftig für beide Richtungen freigegeben wird.

Beim OP-Ortstermin am Donnerstag, 16.30 Uhr vor dem Mammografiezentrum, wollen wir gemeinsam mit den Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten der für das Stadtparlament kandidierenden Parteien über den Verkehrsversuch und seine Auswirkungen reden. Bürgerinnen und Bürger sollen Gelegenheit bekommen, ihre Kritik und ihre Verbesserungsvorschläge zu formulieren.

von Till Conrad

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