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Stadthalle dient als Brücke zur Oberstadt

Bauausschuss Stadthalle dient als Brücke zur Oberstadt

Es soll das modernste Aushängeschild der Stadt werden: das Erwin-Piscator-Haus. Der Bauausschuss hat dem 24 Millionen-Euro-Sanierungsplan zugestimmt und sich zudem Gedanken über die weitere Zukunft gemacht.

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Blick vom Hörsaalgebäude auf die Stadthalle. Hier soll ab 2014 ein neuer Stadtplatz entstehen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Debattiert wurde in der Vergangenheit viel. Zankapfel: Der Magistrat will die Sanierung, die CDU bevorzugt Neubau. Und da die Positionen klar verteilt sind, stieg der Bauausschuss auch gar nicht mehr groß in die Grundsatzdebatte ein. Vielmehr geriet die Gestaltung des Vorplatzes der Stadthalle in den Fokus, der laut Bauamtsleiter Jürgen Rausch bewusst nicht in den aktuellen Planungen auftauchte. Denn: Es bestehe keine zeitliche Notwendigkeit.

Die große Frage: Wie gelingt es, das Erwin-Piscator-Haus besser mit der Stadt zu verbinden? Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) hat schon klare Vorstellungen. Fester Bestandteil: Die Biegenstraße muss entschleunigt, der Übergang zum Audimax und damit auch zur Oberstadt erleichtert werden. Möglich seien bauliche wie farbliche Veränderungen der Straße. Ebenfalls soll eine Ampel mit Mittelinsel die Querung ermöglichen. Der Durchfluss des Verkehrs müsse in jedem Falle gewährleistet werden.

Wunsch sei es, auf der Biegenstraße als wichtigster Verbindung zur Nordstadt die Geschwindigkeit auf Tempo 30 zu begrenzen. Dazu fehlen aber die rechtlichen Grundlagen. „Wir wollen gute Radwege und eine Busspur“, sagt Vaupel. Zudem kündigt er an, die Anwohner vor Lärm durch Busse sowie An- und Abtransporte durch eine Verlagerung auf die Rückseite über die Martin-Luther-Schule zu schützen.

Namensgeber wird gleich dreifach gewürdigt

Konkret einsteigen möchte der Bauamtsleiter mit der Gestaltung eines Stadtplatzes mit den Planungen für den Haushalt 2014. „Wenn der Innenausbau des Piscator-Hauses losgeht, können wir auch mit dem Außenplatz beginnen. Wichtig ist ein stimmiges Konzept, mit dem wir weiterplanen können.“

  • Die zweite große Frage, die im Ausschuss zum Erwin-Piscator-Haus aufkam: Wie wird der Namensgeber, der berühmte Marburger Theaterregisseur mit Weltformat, bei der Neugestaltung der Stadthalle samt Vorplatz gewürdigt? Richard Laufner vom Fachbereich Kultur sieht drei Möglichkeiten.
  • Im ersten Obergeschoss wird in den südlichen Aktionsräumen fest eine Art Mini-Museum Piscators errichtet.
  • Zur Eröffnung des sanierten Bauprojekts wird die Ausstellung, die 1993 anlässlich des 100. Geburtstags des Regisseurs zu sehen war, möglicherweise im Foyer neu aufgelegt.
  • Im Rahmen der Eröffnung wird es Theateraufführungen, die sich mit Piscator beschäftigen, geben.

Von einer Statue auf dem Vorplatz rät Laufner zwar nicht explizit ab. Er verweist aber auf die Bedeutung des Namengebers und sagt, eine „einfache Statue wird der Bedeutung Erwin Piscators, einem Mann mit internationalem Format, nicht gerecht.“

Eine klare Absage erteilte Oberbürgermeister Egon Vaupel dem Antrag der Marburger Bürgerliste, das Allianzhaus an der Universitätsstraße zu kaufen, um dort den Bau eines Einkaufszentrums zu verhindern, und stattdessen dann ein Parkhaus zu errichten. Andrea Suntheim-Pichler (MBL) sagt: „Ein Parkhaus hätte nur Vorteile. Zudem würde eine solche Entscheidung auch Planungssicherheit für die Einzelhändler der Oberstadt bringen.“ Eine Shopping-Mall, so sagt sie, würde nur die Gefahr von Leerstand in der Oberstadt bedeuten. Darüber hinaus würde das Problem der fehlenden Parkplätze in Marburg gelöst. „Ein Kauf durch die Stadt, das Gebäude zu entwickeln und dann zu bewirtschaften“, sagt Vaupel, „ist der falsche Ansatz. Wir müssen es in die Hände von Investoren geben, die sich mit solchen Dingen besser auskennen.“

von Carsten Bergmann

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