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Stadtbusse fahren bald Sterzhausen an

Nahverkehrsplan bis 2020 Stadtbusse fahren bald Sterzhausen an

Bei zwei Enthaltungen empfahl der Umwelt- und Verkehrsausschuss am Dienstagabend dem Parlament, dem Entwurf für den Nahverkehrsplan bis 2020 zuzustimmen.

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Busse in der Marburger Universitätsstraße: Der Nahverkehrsplan setzt auf Modernisierung der Fahrzeuge und deutlichen Ausbau der Beförderungsleistung.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Nahverkehrsplan soll die Grundzüge des Öffentlichen Personennahverkehrs in Marburg festlegen.

Dabei reagiert er auf die Tatsache, dass die Universität mit ihren 27.000 Studierenden sich mehr und mehr auf zwei Standorte konzentrieren wird: die Lahnberge und die Innenstadt mit dem Campus Firmanei. Wesentliche Schlussfolgerungen ergeben sich auch durch die Ausweitung des Wohngebiets Stadtwald und das neue Wohngebiet Moischter Straße.

Das sind die wichtigsten Festlegungen, die das Stadtparlament am Freitag nächster Woche beschließen soll:

Entwicklung
 der Busflotte

Das Planungsbüro IGDB geht von einem Bedarf an 70 Fahrzeugen zur Bedienung des Stadtbusnetzes aus, hinzu kommen neun Busse, die als Reserve bereitgehalten müssten. Die Stadtwerke erwarten eine Investitionsbedarf von 12,1 Millionen Euro. „Das schultern wir“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren zur OP. Formuliertes Ziel ist auch die schrittweise Ersetzung der alten Dieselfahrzeuge durch Erdgasfahrzeuge.

In einem weitergehenden Antrag fordert der Umweltausschuss, den Einsatz von Bussen mit Elektro- oder Hybridantrieb zumindest zu prüfen. Das soll ausdrücklich auch für schienengebundene Strecken gelten. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) unterstützte einen Vorstoß von Stadtwerke-Geschäftsführer Schüren vom Januar, der eine Oberleitungsstrecke von der Großseelheimer Straße bis zu den Lahnbergen ins Spiel brachte.

Modernisierung 
von Haltestellen

Der Ausbau der Haltestellen für eine barrierefreie Nutzung ist eine der vordringlichen Anforderungen des Nahverkehrsplans. Der Gesetzgeber fordert barrierefreien ÖPNV ab 2022, zudem steigern barrierefreie Haltestellen die Attraktivität des ÖPNV. Insgesamt veranschlagen die Planer gut 11 Millionen Euro für diese Aufgabe, fast 90 Prozent kann die Stadt aber aus verschiedenen Fördertöpfen des Bundes und des Landes zurückerhalten.

Landkreis muss zustimmen

Der Entwurf des Nahverkehrsplans sieht vor, dass die Linie 14 von Michelbach-Lindenplatz bis nach Sterzhausen verlängert wird. Der Landkreis muss zustimmen, weil er die Konzession für den Streckenteil außerhalb der Stadtgrenze vergibt. Schüren ist da aber guten Mutes. Das Konzessionsrecht erlaubt die Verlängerung bestehender Linien wie der Linie 14 über die Stadtgrenze hinaus.

Für Pendler aus dem Westteil des Kreises, die am Pharmastandort Görzhäuser Hof arbeiten, würde diese Neuerung eine erhebliche Abkürzung ihres Wegs zur Arbeit bedeuten: Sie können bequem per Zug bis zum Bahnhof Sterzhausen fahren und dann weiter mit dem Bus zum nur wenige Kilometer entfernten Görzhäuser Hof. Laut Schüren könnte diese Umstellung schon zum Fahrplanwechsel im Dezember in Kraft treten.

Auch Cölbe soll in das Stadtliniennetz eingebunden werden. Die neue Linie soll über die Innenstadt bis zum Stadtwald führen. Auch hier muss der Kreis zustimmen.

Schlechte Noten 
für die Seilbahn

Die Prüfung einer Seilbahnlinie als umweltfreundliches und kostengünstiges Transportmittel zu den Lahnbergen fällt eindeutig aus: Der Seilbahnbetrieb würde kaum zu Einsparungen beim Buslinienbetrieb führen.

Die diplomatisch kaum verhüllte Absage wird so formuliert: „In der Gesamtschau, insbesondere unter wirtschaftlichen Erwägungen und der Zielsetzung weitgehend umsteigefreier Angebote für die Fahrgäste, sollte die Weiterverfolgung eines Seilbahnprojektes überdacht werden.“ Dagegen wird die Elektromobilität mit Elektrobussen nicht ausgeschlossen.

Bei Umsetzung aller Anregungen aus dem Nahverkehrsplan rechnen die Planer mit einer Fahrgaststeigerung um 13 Prozent und einem Zuschussbedarf der Stadtwerke 2020 von 7,3 Millionen Euro (2016: 6,6 Millionen Euro).

von Till Conrad

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