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Stadtbild-Preis geht an Familie „mit Zivilcourage“

Marburg Stadtbild-Preis geht an Familie „mit Zivilcourage“

Die Initiativgruppe Marburger Stadtbild und Stadtentwicklung (IG MARSS) vergibt ihren Stadtbild-Preis an die Familie Kraft. Sie habe „Klein Venedig“ vor der Zerstörung bewahrt.

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Jürgen Kraft wehrte sich auch mit Transparenten gegen das Bauprojekt in „Klein Venedig“.

Quelle: Badouin

Marburg. Monatelang haben Jürgen Kraft und seine Familie gegen den Neubau eines Appartementhauses auf dem Parkplatz neben dem ehemaligen Volksbankgebäude am Rudolphsplatz gekämpft. Im Juni kündigte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) an, das Gebäude und den dazugehörigen Parkplatz zum Preis von 3,2 Millionen Euro zu kaufen. Kraft hatte die Auseinandersetzung gegen den Investor gewonnen.

Gestern teilte die IG MARSS, ihren „Preis für Stadtbild, Stadtplanung und Denkmalschutz in Marburg“ an Jürgen Kraft und seine Familie zu vergeben. Die Familie erhält den Preis für „deren Zivilcourage und Widerstand gegen die städtebauliche Zerstörung des Ensembles ,Klein Venedig’“, heißt es in der Begründung. Der Verein habe den langen Weg der Familie verfolgt, „seit im August 2007 publik wurde, dass auf ihrem Nachbargrundstück ein Appartementhaus errichtet werden sollte, das sich weder in Architektur, noch Größe und sonstigen Details in die an der Lahn gelegene historische Bebauung eingefügt hätte“, teilte der IG MARSS-Vorstandssprecher Claus Schreiner mit. Die Familie habe sich gegen „eine unzulässige Grenzbebauung“ gewehrt und durch den Schritt in die Öffentlichkeit auch die Bevölkerung auf das Projekt aufmerksam gemacht. Die IG MARSS sehe in den Unterschriftenaktionen, Pressegesprächen und Gesprächen mit Anliegern „eine vorbildliche Initiative, die mit Zivilcourage letztlich verhinderte, was städtische Gremien nicht verhindern wollten oder konnten“, heißt es in der Mitteilung.

Die OP hatte die Baupläne im August 2007 publik gemacht.

von Uwe Badouin

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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