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Stadt wird Fachwerkhaus wohl schützen

Brandruine Stadt wird Fachwerkhaus wohl schützen

Das bei einem Brandanschlag im Sommer 2014 beschädigte und nun verfallende Fachwerkhaus in der Brunnenstraße wird offenbar von der Stadtverwaltung gesichert.

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Das Fachwerkhaus im Stadtteil Marbach brannte im August 2014.

Quelle: Nadine Weigel

Marbach. Die Bedingungen für die Ersatzvornahme sind offenbar erfüllt. „Wir wollten und mussten erst dem Eigentümer die Gelegenheit geben, das Problem zu ordnen“, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) auf der Bauausschusssitzung am Donnerstagabend.

Laut Immobilien-Eigentümer habe es für das um 1880 gebaute Haus einen Kaufinteressenten gegeben, jedoch habe sich in der Sache nichts mehr bewegt, ergänzte Kahle. Den Vorwurf der Marburger Linken, die schon im Januar ein Einschreiten des Magistrats samt Ersatzvornahme forderten, dass die Stadt zu zögerlich gehandelt habe, ließ Kahle nicht gelten. „Die Ersatzvornahme ist ein Eingriff in das Eigentümerrecht und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, hat Zeit gebraucht.“ Da der Eigentümer alle Fristen für eine selbstständige Lösung habe verstreichen lassen, liegen erst jetzt die rechtlichen Voraussetzungen vor.

Am Montag berät und beschließt der Magistrat über den Schritt. Kahle geht von mindestens 30 000 bis 35 000 Euro Kosten aus. Allerdings gebe es bei einem alten Fachwerkhaus immer die Gefahr, dass bei Sanierungsarbeiten Probleme auftreten, welche den Preis nach oben treiben würden.

Kostenfrage: 35 000 Euro oder maximal 15 000?

Die von den Linken veranschlagten Kosten in Höhe von 10 000 bis 15 000 Euro hält er für „nicht realistisch“. Des Weiteren sei nicht davon auszugehen, dass der Eigentümer in der Lage sein werde, die Kosten an die Stadt zurückzuzahlen. Auch die Brandschutzversicherung werde nicht greifen, da der Eigentümer die Prämien nicht bezahlt habe. „Wir müssen natürlich die Chance wahren, einen Teil des Geldes zurückzubekommen, doch ist zu befürchten, dass die Stadt Marburg letztlich leer ausgehen wird“, sagt Kahle.

Sobald der Eigentümer, etwa durch den Grundstücksverkauf „Auf der Eich“ zu Geld komme (die OP berichtete), werde die Kommune ihre Forderungen geltend machen.
Die Stadtratsabgeordnete Tanja Bauder-Wöhr (Linke) kritisierte, dass es „versäumt wurde, Fördergelder vom Landesamt für Denkmalschutz zu beantragen“.

Kahle geht davon aus, dass die Sicherheitsmängel rund um das Haus binnen eines Monats ausgeräumt werden. Der vor dem Gebäude verlaufende und bislang gesperrte Gehweg soll dann benutzbar werden.

von Alexander Graf und Björn Wisker

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