Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Stadt will energetische Sanierungen vorantreiben

Richtsberg Stadt will energetische Sanierungen vorantreiben

Hunderte Wohnungen am Richtsberg werden verstärkt energetisch saniert. Bewohner sollen aber nicht mehr Miete zahlen müssen.

Voriger Artikel
Wohnheim bleibt bis 2015 verwaist
Nächster Artikel
Gas-Austritt im Marburger Hauptpostamt

Ziel: Energie-Effizienz am Richtsberg steigern.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Die Nebenkosten, speziell für Wärme sollen etwa durch die Erneuerung von Dämmung sinken. Das geht aus den Aussagen bei der Unterzeichnung eines Energiekonzepts für den Stadtteil am Donnerstag hervor.

Ein 39 Punkte zählender Aktionsplan greift nun, um sowohl für Bewohner als auch für private Vermieter das energetische Sanieren und Energiesparen interessanter zu machen. Denn während nach Aussagen der Wohnungsbauunternehmen Nassauische Heimstätte / Wohnstadt, Gewobau sowie Spar- und Bauverein der Großteil ihrer 2000 Wohnungen am Richtsberg bereits modernisiert sind und die restlichen (wenige Hundert) in Kürze umgerüstet werden, klemmt es bei der Sanierungsbereitschaft privater Vermieter.

„In Marburg liegt die Sanierungsquote im Wohnungsbestand unter einem Prozent. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, CO2 zu reduzieren und Energieverbrauch zu senken, müssen es drei Prozent sein“, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Private Vermieter investierten nur sporadisch: „Sie dämmen mal das Dach, aber nicht das ganze Gebäude.“ Daher hätten die Wohnungsbau-Unternehmen mit der Sanierungs-Welle „angefangen, um Vorbild zu sein“.

"Die Mieten nach der Sanierung liegen bei uns auch nach energetischen Sanierungen unter fünf Euro kalt pro Quadratmeter"

„Auch wenn vieles schon gemacht ist, stehen noch Brecher an. Badestube, Potsdamer Straße - und dann fangen wir wieder bei den Immobilien an, die wir in den 1990ern modernisiert haben“, sagt Matthias Knoch, Prokurist der Gewobau. Jürgen Bluhm von der Wohnstadt ergänzt: „Die Mieten nach der Sanierung liegen bei uns auch nach energetischen Sanierungen unter fünf Euro kalt pro Quadratmeter. Es funktioniert also.“

„Niemand, der etwa arbeitslos wird, soll bei uns ausziehen müssen - energetische Sanierung hin oder her“, ergänzt Gewobau-Prokurist Knoche.

Die Pläne stoßen bei Erika Lotz-Halilovic (SPD), Ortsvorsteherin des Stadtteils, auf Zustimmung: „Gerade am Richtsberg ist es wichtig, dass Leute Geld einsparen. Real bedeutet das, dass jemand mal Pizza essen gehen kann und sie sich nicht zu Hause auftauen muss.“

Um das Energiekonzept voranzutreiben, stellt die Stadtverwaltung 2015 für drei Jahre einen sogenannten Sanierungsmanager ein. Neben den Wohnungsbau-Unternehmen kooperieren die Stadtwerke und die Bürgerinitiative für Soziale Fragen für das Energiekonzept.

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr