Der gemeinsame Präventionsrat des Kreises und der Stadt beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung vorwiegend mit dem Netzwerk gegen Gewalt.
Marburg. Der Präventionsrat sieht seine vorrangige Aufgabe vor allem darin, Impulse zur vorbeugenden Verbrechensbekämpfung zu geben. Ziel des Präventionsrates ist die Steuerung und Entwicklung von Ansätzen zur Straftatenvorbeugung und Straftatenverhütung. Eines der Hauptthemen des jüngsten Treffens war das Netzwerk gegen Gewalt. Dirk Zettner vom Polizeipräsidium Mittelhessen, der die Geschäftsstelle des „Netzwerks gegen Gewalt“ seit November 2009 leitet, stellte es vor. Das Netzwerk gegen Gewalt versteht Gewaltprävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es will Beiträge zur Intensivierung der Kooperation aller in der Gewaltprävention tätigen Behörden, Institutionen, Vereine, Verbände und Initiativen leisten.
Dabei beachtet das Netzwerk gegen Gewalt die nötige Balance im Spannungsfeld von Autonomie und Kooperation aller Beteiligten. Wichtiges Portal für diese Arbeit ist die Internet-Seite www.netzwerkgegengewalt.de. Dort findet man den Präventionsatlas, wo ab sofort von allen im Kreispräventionsrat vertretenen Trägern und Institutionen entsprechende Projekte eingetragen werden. Ein weiterer wichtiger Punkt war das Thema „Gefahren für Kinder im Internet“. Aufgrund seiner Aktualität wurde es in jüngster Zeit in mehreren Präventionsräten in Hessen aufgegriffen. Angela Schmidt vom Fachbereich Familie, Jugend und Soziales stellte dem Kreispräventionsrat das Projekt MEDISA (MEDIen-Sicherheit-Aufklärung) vor. Am Projekt beteiligt sind neben dem Landkreis Wildwasser Marburg, die Polizeidirektion Marburg mit der Jugendpolizeikoordinationsstelle und Pro Familia.
MEDISA will Eltern und den betroffenen Kindern und Heranwachsenden Aufklärung und Hilfestellung geben. Den Beteiligten gehe es bei diesem Zusammenschluss darum, dass jede Institution ihre Stärken mit einbringen und man durch die Zusammenarbeit noch effektiver an die Zielgruppen herangehen könne, erläuterte Schmidt. Inhaltlich werden folgende Themen besonders angesprochen: Sexualisierte Gewalt im Netz, rechtliche Fragen und Handymissbrauch, Pornografie und Internet sowie Medienkompetenz und praktische Medienarbeit. In der Aussprache zu diesem Thema wurde die Auffassung vertreten, dass man heute gar nicht früh genug, wenn nicht im Kindergarten, so doch in der Grundschule damit beginnen muss, Kinder mit den Gefahren des Internets und der Handynutzung vertraut zu machen.
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