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Stadt übernimmt Pflege von Gedenkgarten

Garten des Gedenkens Stadt übernimmt Pflege von Gedenkgarten

Die Verantwortlichen der Stadt Marburg und der Jüdischen Gemeinde sind damit zufrieden, wie der Garten des Gedenkens in der Universitätsstraße von den Marburgern angenommen wird.

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Über die schöne Gestaltung des Gedenkgartens freuen sich (von links) Nathan Rosemann, Amnon Orbach und Monika Bunk (alle Jüdische Gemeinde) sowie OB Egon Vaupel, Bürgermeister Dr. Franz Kahle und Bauamtsleiter Jürgen Rausch. Foto: Manfred Hitzeroth

Marburg. „Wir haben etwas Außergewöhnliches geschaffen. Der Platz der ehemaligen Synagoge hat nicht mehr Hinterhofcharakter, sondern wurde mitten ins städtische Leben geholt“, freut sich der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Aus seiner Sicht wurde neben einer Stätte des Gedenkens an die von den Nationalsozialisten im November 1938 niedergebrannte Synagoge auch ein neuer städtischer Raum mit einer hohen Aufenthaltsqualität geschaffen. Amnon Orbach, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, pflichtet Vaupel bei: Besonders freut er sich darüber, dass der Platz als Treffpunkt angenommen werde. „Ein Monument muss nicht immer ein trauriger Ort sein“, sagt Orbach. „Das heutige Miteinander von Stadt und Jüdischer Gemeinde ist von seltener Einmütigkeit geprägt“, freute sich Monika Bunk, stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde. Als besonders gelungen werteten Vertreter der Stadt und der Jüdischen Gemeinde neben dem offenen Charakter des Platzes auch die Bepflanzung mit Rosen.

Vaupel und Orbach unterzeichneten einen „Gestattungsvertrag“. Demnach überlässt die Jüdische Gemeinde das ihr von der Philipps-Universität zurückgegebene Grundstück des Gedenkgartens dem „Gemeingebrauch“. Im Gegenzug verpflichtet sich die Stadt Marburg, das öffentlich nutzbare Gelände zu pflegen. Das Erscheinungsbild des Grundstückes soll jederzeit der historischen Bedeutung der Anlage gerecht werden, heißt es weiter in dem Vertrag.

Die Stadt und die Jüdische Gemeinde hatten im Jahr 2009 einen freiraumplanerischen und künstlerischen Realisierungswettbewerb ausgelobt, der zur Umsetzung der Gedenkstätte führte.

von Manfred Hitzeroth

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