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Stadt stutzt Vereins-Kompetenzen

Verkehrs- und Verschönerungsverein Stadt stutzt Vereins-Kompetenzen

Der „Verkehrs- und Verschönerungsverein Marburg“  bekommt aus dem städtischen Etat 12 000 Euro weniger. Dieses Geld für die Pflege von Wanderwegen und Wanderhütten erhält künftig das Grünflächenamt.

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Johannes Eisenberg (von links), Hans Christian Sommer und Michael Junk  vom Verkehrs- und Verschönerungsverein.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Noch vor zwei Jahren erhielt der Marburger Verkehrs- und Verschönerungsverein jährlich 15 000 Euro aus Zuschüssen der Stadt. Mit dem Geld finanzierte der Verein die Verschönerung der Wald- und Wanderwege, stellte Bänke auf, ließ Hütten errichten und sorgte für deren Erhalt.

Im September vergangenen Jahres änderte die Verwaltung die vertraglichen Vereinbarungen der Haushaltsmittelzuweisung und kürzte den Betrag auf 3 000 Euro. Die verbleibenden 12 000 Euro wurden dem Grünflächenamt zugeteilt. „Wir sind erschrocken und frustriert“, beklagte jetzt auf einer Pressekonferenz im Café Rosenpark  der Vereinsvorsitzende und ehemalige Marburger Verkehrsdirektor Hans Christian Sommer. Wenn der Vertrag nicht erneut geändert werde, sei die Existenz des Vereins bedroht, ärgert sich das Vereinsoberhaupt.

Die Vertragsänderung bestätigte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) auf Nachfrage der OP. Die Mittel, um die Wanderwege zu erhalten, verwaltete bisher der Verein und erteilte entsprechende Aufträge für Bau- oder Renovierungsarbeiten. Nach der Vertragsänderung übernimmt deren Bezahlung nun das Grünflächenamt, teilte Kahle mit.

Auslöser des Ganzen sei ein Vermerk des Rechnungsprüfungsamtes gewesen, das der Verwaltung nahelegte, die bisherigen Zuschüsse an den Verein „zu überdenken“.  In der Vergangenheit seien manche Aufwandsentschädigungen teilweise ohne passende Rechtsgrundlage gezahlt worden, die nicht mit den vereins- und satzungsgemäßen Aufgaben vereinbar waren, so der Vermerk der Rechnungsprüfung.

Demzufolge veranlasste Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) eine Änderung des Vertrages. Dies bedeute jedoch nicht, dass die finanziellen Mittel hinsichtlich Wege- und Hüttenerhaltung allgemein gekürzt worden seien, betonte Kahle.

Diese würden nach wie vor in gleicher Höhe finanziert. Sie laufen nun jedoch über das Grünflächenamt, nicht mehr über den Verein. Dieser mache aus Kahles Sicht „tolle Projekte“, unterstütze interessante Aktionen und erhalte für die kommenden zwei Jahre jeweils 3 000 Euro pro Jahr als städtischen Vereinszuschuss. Dem Verein ständen so nach wie vor ausreichende Mittel für seine eigentlichen Tätigkeiten zur Verfügung, so Kahle. Darüber hinaus habe der Verein ein Mitspracherecht. Viele Hütten gehören dem Verband, die Stadt sei nach wie vor über Vorschläge und Anregungen dankbar, jedoch in Absprache mit dem Grünflächenamt, so Kahle.

Das Grünflächenamt leiste nicht die nötige Arbeit, „die es sollte“, kritisiert dagegen Sommer. Unter anderem habe der Verein mehrere heruntergekommene Bänke und andere störende Faktoren auf den Wanderwegen festgestellt. „Von dem neuen Oberbürgermeister erwarte ich eine Vertragsänderung“, stellte der Vorsitzende klar.

Das Thema nahm der Verein daher als einen Anlass, um eine Diskussionsrunde zwischen allen Marburger Vereinen und den Kandidaten der kommenden Oberbürgermeister-Wahl zu initiieren. Dazu werden in den kommenden Wochen sämtliche 250 Marburger Vereinsvorstände eingeladen an der Veranstaltung teilzunehmen und im Rahmen einer Frage-Antwort-Runde ihre Probleme, Wünsche, Nöte den potenziellen neuen Stadtoberhäuptern darzulegen. „So viele Vereine wie möglich sollen zu Wort kommen“, betonte der Vorsitzende. Die vier OB-Kandidaten, Dirk Bamberger (CDU), Dr. Thomas Spies (SPD), Jan Schalauske (Linke) und Elke Neuwohner (Grüne) hätten bereits ihr Kommen zugesagt, teilte Sommer mit.

Die Diskussion soll am Sonntag, 26. April, unter dem Motto „Vereinsvorsitzende fragen – OB-Kandidaten antworten“ im Cineplex-Kino in  Marburg stattfinden. Um 11.55 Uhr soll es eine kurze Filmvorführung geben, ab 12 Uhr beginnt die Diskussions-Veranstaltung.

von Ina Tannert

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