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Stadt modernisiert Straßenbeleuchtung

LED-Umrüstung Stadt modernisiert Straßenbeleuchtung

Mit der Modernisierung der Straßenbeleuchtung im Rahmen eines Modellprojekts spart die Stadt sowohl Energie als auch Geld.

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Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (links) und Bürgermeister Dr. Franz Kahle nehmen am Ortenberg eine umgerüstete Straßenlaterne in Augenschein.

Quelle: Stadt

Marburg. Mehr als 4000 Lichtpunkte werden mit LED-Technik ausgestattet. 3200 Standorte sind bereits umgerüstet. „Energieeffizienz ist einer der Schlüssel zum Erfolg der Energiewende“, das machte Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne) zusammen mit Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) und Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bei seinem Besuch in Marburg deutlich.

Am Ortenberg überzeugten sie sich zusammen mit Baudirektor Jürgen Rausch, Thomas Engelbach, Fachdienstleiter Tiefbau, sowie Vertretern der Stadtwerke und der beteiligten Firmen vom schnellen Fortschritt der Arbeiten, teilt Stadtsprecherin Sabine Preisler mit. Als Letztes ist nun die Straßenbeleuchtung in Cappel an der Reihe. Im April wurde mit der Umstellung auf die energiesparende Technik begonnen, bis September soll sie bereits abgeschlossen sein. „Wir sind sehr gut im Zeitplan“, betonte Kahle, der den Stadtwerken für die gelungene Bauleitung dankte. „Wir zeigen, dass die Universitätsstadt aus ökologischen und finanziellen Gründen ganz vorne in der Bewegung steht“, sagte Vaupel.

Das Land Hessen übernimmt in Marburg und in der zweiten Modellstadt Gießen die Hälfte der Kosten für den Austausch. Dabei setzt es Mittel aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung ein. Außerdem trägt das Land auch die Ausgaben für die lichttechnische Planung und die Projektbegleitung. Die Stadt Marburg hatte sich um die Aufnahme in das Programm aktiv beworben. „Mit der LED-Straßenbeleuchtung erhalten wir mehr Leistung für weniger Geld“, erklärte Kahle beim Ortstermin. Mittlerweile sei die LED-Technik weit vorangeschritten. „So bekommen wir Lösungen, die zu uns passen“, sagte Marburgs Umweltdezernent.

Laut Al-Wazir macht die Straßenbeleuchtung aktuell noch 35 Prozent des kommunalen Energieverbrauchs aus. „Durch den Einsatz von LED-Leuchten sinkt der Verbrauch der Straßenbeleuchtung im Durchschnitt um 60 bis 80 Prozent.  Auch die Wartungs- und Instandhaltungskosten reduzieren sich“, erklärte der Minister. Die Umstellung auf energiesparende LED-Technik sei deshalb ein lohnender Schritt in die Zukunft. „Die Modernisierung ist ein Meilenstein für den Klimaschutz, für die gesamte Stadt und wegweisend in Hessen“, betonte auch Kahle.

Verbrauch verringert sich um 70 Prozent

In Marburg verringert sich der Verbrauch um rund 70 Prozent, obwohl die Stadt schon vorher nicht mehr mit den in vielen Kommunen noch vorhandenen alten Quecksilberdampflampen beleuchtete, sondern mit den Natriumdampfnachfolgern. Durch die Umrüstung auf  LED-Dioden wird der Energieaufwand für helle Straßen trotzdem nochmals um 850 000 Kilowattstunden reduziert. Das entspricht einer Einsparung von rund 515 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr und senkt die jährlichen Ausgaben für die Stadt um beachtliche 200 000 Euro. Weil das Land das Modellprojekt fördert, werden sich die Investitionen bereits im sechsten Jahr rechnen.  

„Wir hoffen, dass andere Städte und Gemeinden die positiven Erfahrungen aus diesem Modellprojekt nutzen und ebenfalls auf LED-Technologie umrüsten“, verwies der Minister auf die Vorreiterrolle von Marburg.

In Marburg sind im aktuellen Projekt die Stadtteile Bauerbach, Bortshausen, Cappel, Cyriaxweimar, Dagobertshausen, Dilschhausen, Elnhausen, Ginseldorf, Gisselberg, Haddamshausen, Hermershausen, Marbach, Michelbach, Moischt, Neuhöfe, Ockershausen, Ortenberg, Ronhausen, Schröck, Waldtal, Wehrshausen und Wehrda enthalten. Insgesamt wird so rund die Hälfte der Marburger Straßenlaternen mit der LED-Technik versehen. Spezielle Standorte wie Oberstadt oder Südviertel waren bewusst ausgenommen worden. Dort gelte es, die neue Technik zu prüfen und Erfahrungen mit den Wärme- und Kältewerten zu sammeln, um sich behutsam einer möglichen Umstellung zu nähern, sagte Kahle.

Für die Neumontage konnten in Marburg die vorhandenen Leuchtmasten genutzt werden.

Um den Erfolg der Umstellung zu überprüfen, gehören aber auch repräsentative Umfragen unter den Anwohnern in den Stadtteilen vor und nach der Umstellung zur Beteiligung. Der erste Teil der Umfrage ist Mitte April 2015 erfolgt. Es haben sich mit einem Anteil von 32 Prozent mehr als 800 Anlieger an der Umfrage beteiligt, sodass eine gute statistische Grundlage für die Auswertung vorliegt. Die eingegangenen Daten werden zurzeit noch ausgewertet.

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