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Stadt mit kurzen Wegen ist optimal

Verkehr Stadt mit kurzen Wegen ist optimal

Zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Rad oder dem Auto. So unterschiedlich wie die Verkehrsteilnehmer sind auch ihre Interessen.

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Bauamtsleiter Jürgen Rausch (von links), Architekt Markus Neppl und Ingenieur Ralf Huber-Erler zusammen mit Gerd Kaut und Christian Holl vom Bund deutscher Architekten. Foto: Annika Sikorra

Marburg. Bürger an der Verkehrsplanung und Stadtentwicklung aktiv teilnehmen zu lassen, war das zentrale Thema der Diskussion „Vorfahrt - für wen?“, den der Bund deutscher Architekten (BDA) veranstaltete. „Die Diskussionsrunde ist in unsere Veranstaltungsreihe ,Invention, Intervention, Partizipation‘ eingebettet“, so Gerd Kaut, Mitglied der BDA-Gruppe Mittelhessen.

Die Diskussion um die Stadtautobahn in Marburg, die die Gemüter seit langem erhitzt, kam auch während der Veranstaltung teilweise auf. Die Frage ist, ob die B3 untertunnelt wird: „Wir wollen eine Machbarkeitsstudie aufgeben, bei der ermittelt wird, ob es technisch zu machen ist und wie viel das genau kosten wird“, erklärte Bauamtsleiter Jürgen Rausch auf Anfrage der OP. Um die Machbarkeitsstudie zu finanzieren, würden bald Gespräche mit Bund und Land stattfinden.

Über Stadtentwicklung und Verkehrsplanung referierten im Stadtverordnetensitzungssaal der Kölner Architekt Markus Neppl (Astoc Architects and Planners) und Ralf Huber-Erler (R+T Verkehrsplanung, Darmstadt). Sie berichteten von ihren Verkehrsprojekten aus anderen Städten und darüber, wie Bürger in die Prozesse involviert waren: „Bessere Planung bedeutet bessere Kommunikation“, betonte Neppl. Die These, dass die Lösung aller städtischer Probleme Technik sei, wies Neppl dagegen zurück: „Technische Systeme überleben sich rasend schnell, das vergessen viele.“

An das Problem der Technik knüpfte ein Bürger an: „Ist es sinnvoll, eine Seilbahn zu den Lahnbergen zu bauen, wenn sich technische Systeme so schnell überleben und ein ganzer Stadtteil dagegen ist?“ Die Antwort des Experten ließ Spielraum: „Es kommt darauf an, wie das Ganze eingebettet wird.“

Bau eines Tunnels scheitert oft an den Finanzen

Huber-Erler ging in seinem Vortrag verstärkt auf stadtverträgliche Verkehrsplanung ein. Eine Stadt mit 100000 Einwohnern erzeuge circa 500000 Wege am Tag, so der Experte. Eine Stadt mit kurzen Wegen sei daher optimal: „So gehen mehr Leute zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad“, erläuterte Huber-Erler. Um den Autoverkehr möglichst stadtfreundlich abzuwickeln, gebe es mehrere Möglichkeiten: „Man kann zum Beispiel einen Tunnel bauen oder eine Hauptverkehrsstraße sperren.“ Der Bau eines Tunnels scheitere aber oft am finanziellen Aspekt. „Ich finde es spannend zu sehen, wie es in anderen Städten läuft. Ich bin der Meinung, dass wir die Bürger in Marburg viel mitreden lassen“, erklärte Bauamtsleiter Rausch und verwies dabei beispielhaft auf die Umgestaltung des Rudolphsplatzes.

von Annika Sikorra

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