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Stadt erstellt Konzept zu Flüchtlings-Fragen

Checklisten Stadt erstellt Konzept zu Flüchtlings-Fragen

Die Marburger Flüchtlingshilfe soll als Vorbild für andere Kommunen dienen. Ein Organisations-Konzept, das der Magistrat erstellt hat, wird deutschlandweit verteilt.

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Einrichtung und winterfester Umbau des Flüchtlingscamps haben die Stadtverwaltung veranlasst, anderen Kommunen eine Orientierungshilfe zukommen zu lassen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Unterbringung, Versorgung, Integration: „Was seit Monaten passiert, ist für alle neu, auch in Bezug auf die Organisation der Verwaltungsaufgaben“, sagt Johannes Maaser, Mit-Autor der Ausarbeitung. Doch müsse nicht jede Kommune aufs Neue von null starten und „jeder für sich die nötigen Herangehensweisen neu erfinden“.

Was passiert wann? In welcher Reihenfolge sollte was umgesetzt werden? Wie sollte reagiert und in der Öffentlichkeit kommuniziert werden? Die Orientierungshilfe der Universitätsstadt stellt die Vorgehensweisen im Hinblick auf Einrichtung und Betrieb einer Erstaufnahme für Flüchtlinge, wie sie im Juli in Cappel errichtet wurde, in den Mittelpunkt.

„In so einer Situation muss vieles sehr schnell gehen, da sind manche Fehler vorprogrammiert. Wenn aber schon vorher Erfahrungen, die gemacht wurden, anderen zur Verfügung gestellt werden, kann man diese minimieren und voneinander lernen“, sagt Maaser. Seitenlange Checklisten zur Administration, zum Camp-Aufbau, zur Organisation, zu den Angeboten in der Einrichtung sowie die Koordination von Ehrenamtlichen-Engagement sind von der Universitätsstadt erarbeitet worden. Direkt von Stadt zu Stadt übertragbar seien die Erfahrungswerte zwar nicht. „Die ganze Flüchtlingshilfe ist aber ja ohnehin als eine weiterlaufende, sich verändernde Arbeit zu verstehen.“ Und Marburg werbe dafür, bewährte Herangehensweisen aus anderen Städten zu erfahren - das eigene Konzept finde sich bereits deutschlandweit im Umlauf, heißt es vom Magistrat.

Für die 104-seitige Ausarbeitung wurden monatelang Gespräche innerhalb und außerhalb der Verwaltung geführt, die bisherigen Hilfen zusammengetragen, alle Mails ausgewertet, Erfahrungen und Koordinationstreffen protokolliert: Zwar sei es nicht die Aufgabe der Kommune, sondern die des Landes, den Betrieb in Erstaufnahmen zu organisieren. Jedoch gebe es „gute Argumente, dass sich die Stadt eben doch einbringt“, sagt Regina Linda, Ordnungsamts-Chefin. Etwa seien die Behörden vor Ort Anlaufstellen für Beschwerden, „quasi automatisch“ werde man so zum Ansprechpartner und Akteur. Vor allem ermögliche das Engagement der Kommune - über den Einsatz von Haupt- und Ehrenamtlichen - eine „qualitative Verbesserung, eine Erhöhung der Standards“ für die Flüchtlinge selbst, sagt Linda.

Unterstützt wurde die Erarbeitung der Publikation durch den Marburger Sozialpsychologie-Professor Ulrich Wagner.

von Björn Wisker

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