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Stadt bietet 16 Betten für Obdachlose

Menschen ohne Zuhause Stadt bietet 16 Betten für Obdachlose

Wenn es draußen eisig kalt wird, kann es für obdachlose Menschen lebensbedrohlich werden, im Freien zu schlafen. In Marburg gibt es für sie eine Unterkunft und verschiedene Anlaufstellen.

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Das städtische Übernachtungsheim für Obdachlose in der Gisselberger Straße 35. Vor dem Haus gibt es einen Bereich, in dem Hunde der Übernachtungsgäste untergebracht werden können.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. In der Gisselberger Straße 35 hält die Stadt 16 Betten für Obdachlose bereit. Eigentlich ist der Aufenthalt dort auf bis zu drei Tage begrenzt. „Während besonderer Situationen wird hiervon jedoch selbstverständlich abgewichen“, beantwortet Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) die Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion schriftlich.

Die Stadtverordnete Madelaine Stahl fragte unter anderem auch nach Unterkünften für Frauen, Minderjährige und Obdachlose mit Haustieren. Im Übernachtungsheim der Stadt sei eine nach Geschlechtern getrennte Übernachtung möglich, heißt es in der Antwort. Für mitgeführte Hunde gebe es einen Zwinger. Der befindet sich vor dem Haus zur Straße hin. Dort gibt es auch eine Hundehütte.

Im Schnitt schlafen vier bis sechs Menschen im Heim

Die Stadt arbeite in der Wohnungslosenhilfe eng mit der Fachberatung Wohnen des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf zusammen. „Sollten uns oder der Beratungsstelle oder einer anderen Dienststelle, wie der Polizei, minderjährige Obdachlose bekannt werden, würde wegen Kindeswohlgefährdung unverzüglich das Jugendamt verständigt“, schreibt Spies. Eine Inobhutnahme werde dann in die Wege geleitet.

Im Schnitt übernachten zwischen vier und sechs Menschen in Heim, teilt die Pressestelle der Stadt mit. An die Kapazitätsgrenze stoße man dort nicht. Die Unterkunft verfüge über drei 20 bis 25 Quadratmeter große Vier-Bett-Zimmer und zwei Zwei-Bett-Zimmer, 16 bis 20 Quadratmeter groß. Bei der „durchschnittlichen Auslastung achten wir darauf, dass in der Regel immer nur zwei Personen pro Zimmer zusammengelegt werden“, teilt Philipp Höhn von Pressestelle weiter mit.

Eines der beiden kleineren Zimmer sei räumlich etwas separiert und grenzt unmittelbar an die Dienstwohnung des Hausmeisters. Hier werden ausschließlich Frauen untergebracht.

Eine weitere Anlaufmöglichkeit bietet direkt nebenan die Tagesaufenthaltsstätte (TAS) des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf. Dorthin kann gehen, wer in ungesicherten Wohnverhältnissen lebt oder wohnungslos ist. Es gibt die Möglichkeit, in der TAS zu duschen oder Wäsche zu waschen. Regelmäßig werden auch ärztliche Sprechstunden angeboten. Am Krummbogen 2 betreibt das Deutsche Rote Kreuz außerdem eine Wärmestube und Suppenküche.

Eine Schätzung, wie viele Obdachlose in Marburg leben, kann die Stadt nicht abgeben. Man habe 29 obdachlose Menschen längerfristig in Unterkünften untergebracht, weil diese Personen darum ersucht haben. „Die tatsächliche Zahl Obdachloser in Marburg liegt vermutlich höher; nicht alle Obdachlosen sind uns bekannt oder ersuchen um Unterbringung“, heißt es aus der Pressestelle.

von Philipp Lauer

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