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Gastwissenschaftler

Stadt begrüßt Neubürger auf Zeit

„Marburg ist das genaue Gegenteil von meiner Heimat New York“, erzählte Connor Pitetti aus den USA während des offiziellen Empfangs der Gastwissenschaftler im Historischen Rathaussaal.
Vertreter von Stadt und Universität begrüßten die ausländischen Gastwissenschaftler. Foto: Suria Reiche

Vertreter von Stadt und Universität begrüßten die ausländischen Gastwissenschaftler.

© Suria Reiche

Marburg. Erst einen Tag zuvor ist er in der Universitätsstadt angekommen. Im kommenden Jahr wird er dort für seine Doktorarbeit forschen. „Die Bibliothek in Marburg hat sehr gute Literatur für das Thema, über das ich schreibe“, erklärt er. Aber das sei nicht der einzige Grund gewesen, aus dem sich der 31-Jährige für Marburg entschieden habe: „Ich mag Marburg. Die Oberstadt, das Schloss – alles ist klein und alt, nicht groß und neu wie in New York.“

Gemeinsam mit etwa 30 weiteren Promovierenden sowie Wissenschaftlern aus dem Ausland ist Connor im Rathaus zusammengekommen. Jedes Jahr im Wintersemester werden dort die internationalen Gäste willkommen geheißen.

Und in diesem Jahr könnte die Vielfalt der Länder, aus denen sie kommen, fast nicht größer sein. Über und über mit bunten Fähnchen bedeckt ist die Weltkarte, auf der die ausländischen Gäste beim Eintreffen ihr Herkunftsland markieren sollen. Neben Connors Fähnchen in den USA sind unter anderem auch welche in China, Indien, Mexiko, Kamerun oder Nigeria gepinnt.

Das passt zu Marburg, findet Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD): „Immerhin ist die Stadt mit mehr als 140 unterschiedlichen Nationen, die hier leben, sowieso schon sehr reich.“ Somit sei es für ihn eine große Freude, dass die rund 30 neuen Bewohner auf Zeit das Bild der Stadt noch ein bisschen bunter gestalten würden.

Das sieht der Vizepräsident der Philipps-Universität Professor Dr. Ulrich Koert genauso: Auch er sei einst Gastwissenschaftler im Ausland gewesen, erzählte er. Vielleicht gerade deswegen und weil er weiß, dass man in einem fremden Land manchmal vor Hürden steht, legte er den Neuankömmlingen das International Office der Uni ans Herz. In ihrer Zeit in Marburg, die ein halbes Jahr bis zu drei Jahre dauern wird, bekommen die Neu-Marburger dort Antworten auf alle ihre Fragen. Eine weitere Anlaufstelle soll das Büro des Ausländerbeirats sein.

Bleibt nur zu hoffen, dass es den ausländischen Gästen nicht geht, wie im Song „Nowhere Man“ von den Beatles, den Dago Schelin aus Brasilien beim Empfang zum Besten gab. Darin geht es um einen „echten Nirgendsmann“.
Aber eigentlich besteht ja kein Grund zur Sorge. Immerhin haben die Gastwissenschaftler mit Marburg ja nun bereits eine zweite Heimat.

von Suria Reiche


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