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Stadt Marburg saniert, putzt und baut

Jahresbericht Gebäudewirtschaft Stadt Marburg saniert, putzt und baut

Kinderbetreuung, energetische Sanierung und das Erwin-Piscator-Haus: Drei große Aufgaben für die städtischen Bauherren.

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Betreuungsangebot ausbauen und Energie sparen: Die Stadt bewirtschaftet Schulen und Kindertagesstätten (hier die Kita Bauerbach) sowie Verwaltungsgebäude und Sportanlagen.

Quelle: Stadt Marburg

Marburg. Am Freitag wird Stadt-Kämmerer Egon Vaupel dem Parlament einen unausgeglichenen Haushalt vorstellen. Die roten Zahlen sind die Kehrseite der großen Investitionen - der vielen Neu- und Umbauten, die die Universitätsstadt sich leistet.

Seit dem Tiefstand im Jahr 2008 ist die Fläche, die die Stadt bewirtschaftet um mehr als 21000 Quadratmeter auf 312975 (Stand 2013) gestiegen. Die Gründe für diesen 7,2-Prozent-Anstieg stehen im „Jahresbericht Gebäudewirtschaft“, den Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Jürgen Rausch, der Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Umwelt und ihr Team vorgestellt haben.

„Gebäudewirtschaft“ klingt erst einmal ziemlich dröge, aber ein Blick in den Bericht zeigt, dass die Zahlen über das Leben in Marburg erzählen. Ein Großteil der Neu- und Anbauten der vergangenen drei Jahre geht auf den Rechtsanspruch auf einen Kita- oder Krippenplatz für Kinder ab einem Jahr zurück. In den vergangenen Jahren hat die Stadt Marburg laut Kahle das Angebot der Krippenplätze fast verdoppelt. Das sei nur mit Neubauten zu schaffen gewesen. So wurde 2013 die Kita in der Erfurter Straße erweitert, die Kitas in der Gerhard-Hauptmann-Straße und in Bauerbach neu gebaut.

Aber nicht nur Kleinkinder, auch Grundschüler verbringen heutzutage mehr Zeit in städtischen Gebäuden: 1204 Kinder nutzen die städtischen Angebote zur Ganztagsbetreuung inzwischen - dafür wurden seit 2011 398 Quadratmeter Raum geschaffen. Kahle hält das Betreuungsangebot für einen wesentlichen Standortfaktor.

Die Stadt hat die Ballsporthalle in der Frauenbergstraße gekauft und das Verwaltungsgebäude nebenan in der Temmlerstraße 5, in dem ab 2015 weitere Fachdienste in der Nähe des Stadtbüros arbeiten sollen. 2012 wurde außerdem die ehemalige Panzerwaschanlage in der Cyriaxstraße gekauft, in der neben Baumaterialien und -Maschinen auch historische Feuerwehrfahrzeuge untergebracht sind.

Während im Erwin-Piscator-Haus die Hämmer fliegen, müssen außerdem Ausweichflächen angemietet werden: Mehr als 2000 Quadratmeter, darunter die Galeria Classica, um die wiederverwendbaren Gegenstände zu lagern und den Spielbetrieb zu sichern. Und all diese Flächen müssen auch auf Stadtkosten instand gehalten, geputzt und geheizt werden. „Wir wollen qualitativ hochwertige Räume bauen, aber wir haben auch einen großen Sanierungsstau. Wir dürfen uns deshalb nicht nur auf die Neubauten konzentrieren, sondern auch auf das, was wir haben“, sagte Kahle.

2013 gab die Stadt 6,158 Millionen Euro für die Bewirtschaftung ihrer Flächen aus. Weitere 2,289 Millionen Euro wurden für Heizenergie und 1,606 Millionen für die Reinigung ausgegeben. Diesen beiden höchsten Posten in der Liste der Bewirtschaftungskosten widmen Kahle und Rausch entsprechend besondere Aufmerksamkeit.

Mit Energieeinsparungen versucht der Fachdienst Gebäudewirtschaft die laufenden Kosten vor allem für Heizenergie zu senken. Im Bericht stehen kleine Investitionen wie Bewegungsmelder in Toiletten und große wie die Umrüstung auf einen Pelletheizkessel in der Gerhart-Hauptmann-Schule für 220000 Euro oder die Heizungserneuerung im Bürgerhaus Schröck für 79000 Euro.

Den größten relativen Anstieg in den Bewirtschaftungskosten gab es im Posten Wasser und Entwässerung. Die Ausgaben haben sich vom Jahr 2012 auf 2013 mehr als verdoppelt. Das liegt vor allem am neuen Abwassergebührensplitting. Dadurch stieg die Abwasserrechnung laut Bericht um 141594 Euro.

Bei den Reinigungskosten geht die Stadt gegen den allgemeinen Trend des Outsourcings. Sie will in Zukunft 80 Prozent aller Reinigungsaufgaben von städtischen Angestellten erledigen lassen. Das erhöhe die Reinigungsqualität und verbessere, so Kahle, die Arbeitsbedingungen für die Reinigungskräfte erheblich.

von Thomas Strothjohann

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