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Sprache als Schlüssel zur Integration

Erste Deutsch-Intensivklasse an Gymnasium Sprache als Schlüssel zur Integration

15 Schüler, 5 Muttersprachen, 4 Herkunftsländer - die Einrichtung der Klasse bringt einige Herausforderungen mit sich.

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„Da komme ich her“ – die Schüler zeigen auf einem Globus auf ihre Herkunftsländer.

Quelle: Rike Werner

Marburg. Neben dem Erlernen der deutschen Sprache stehen vor allem der kommunikative Aspekt und die Integration der Schüler im Vordergrund. Als erstes Gymnasium der Region hat die Elisabethschule Marburg eine Deutsch-Intensivklasse für 15 Flüchtlingskinder und Kinder mit Migrationshintergrund eingerichtet.

Bisher gab es diese nur an Haupt-, Real- und Gesamtschulen. „Wir als Schule sind sehr froh, dass wir diese Klasse einrichten können“, betonte Schulleiter Tobias Meinel nach dem Start der Intensivklasse. „Für die Schule ist das ein großer Gewinn“, sagte er.

Ein Jahr lang werden die Kinder aus Syrien, dem Iran, Afghanistan und Bulgarien Deutsch als Zweitsprache an der Elisabethschule lernen. Nach diesen zwölf Monaten wird sich entscheiden, welche Schulform sie danach besuchen können.

Klassenlehrerinnen der Intensivklasse sind Tamara Faschingbauer und Sonja Jung aus dem Kollegium der Elisabethschule. Jung freute sich über die „eigene Dynamik“, welche die Konstellation von sieben Mädchen und acht Jungen im Alter von 11 bis 15 Jahren mit sich bringe.

Jung wies darauf hin, dass die Schüler Deutsch als Zweitsprache lernen, nicht als Fremdsprache. Die Vielfalt der Herkunftssprachen der Schüler in der Klasse würden weiterhin berücksichtigt werden, betonte sie und erläuterte: „Wenn Schüler nicht auf ein stabiles Erstsprachen-System zurückgreifen können, ist es viel schwieriger, für sie eine neue Sprache zu erlernen“.

Schüler hospitieren im Unterricht anderer Klassen

Im Unterricht läuft noch viel über Verständigung durch Gesten.

Doch die Kommunikation klappt, Lehrer und Schüler verstehen sich. „Nach den ersten drei Tagen kann ich von vielen guten Erfahrungen berichten. Die Schüler sind sehr engagiert“, sagte Jung.

Die Sprache dient dort als Schlüssel zur Integration, 38 Stunden pro Woche werden die Schüler unterrichtet, 22 davon dienen dem Deutschunterricht. In den 16 zusätzlichen Stunden besuchen die Schüler in Kleingruppen den Englisch- oder Sportunterricht der anderen Klassen oder können weitere Angebote, wie Schreibübungen, Sport oder beispielsweise Nähen nutzen.

„Wir wollen die Klasse möglichst früh mit anderen Lerngruppen in Kontakt bringen“, erklärte Faschingbauer. „Die Schüler aus der Intensivklasse hospitieren im Unterricht anderer Klassen. Wir wollen es vermeiden, dass die Schüler vom Rest der Schule isoliert sind“, sagte sie.

Dabei lobte sie das Verhalten der Schüler der anderen Klassen. Bei den Schülern gebe es eine große Bereitschaft, den Kindern der Intensivklasse bei der Integration zu helfen. So würden die Elisabethschüler den Flüchtlingskindern in den Pausen Gesellschaft leisten oder ihnen helfen, den Schulweg ohne Probleme zu finden.

„Es tut ihnen gut zu merken, dass sie hier willkommen sind“, betonte Faschingbauer.

von Rike Werner

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