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Sprachatlas-Pläne erhalten Zustimmung

Campus-Planungen Sprachatlas-Pläne erhalten Zustimmung

Der aktuelle Stand der Planungen für den Sprachatlas-Bau war das Thema einer Pressekonferenz im Uni-Hörsaalgebäude

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Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause und Bürgermeister Dr. Franz Kahle schauen sich eine Visualisierung der Seitenansicht des geplanten Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas an.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Visualisierungen werden konkreter, und die Detailplanungen des Nürnberger Architekturbüros Bär, Stadelmann, Stöcker sind mittlerweile auch durch Anregungen aus Denkmal- und Gestaltungsbeirat modifiziert worden. Das Ergebnis in Form von Illustrationen, die das auf dem Brauereigelände geplante Forschungszentrum aus drei verschiedenen Perspektiven zeigen, präsentierten Universität und Stadt gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

„Wenn man ein neues Haus baut, gibt es immer viele Wünsche und Anregungen“, machte der Architekt Friedrich Bär klar. Sein Architekturbüro hatte den städtebaulichen Wettbewerb für die Planung des Brauerei-Areals gewonnen. Zudem wurde es auch mit der Detailplanung des Baus beauftragt.

Glasfront gibt Blick frei aufs Hörsaalgebäude

Auffällig an der gestern vorgestellten Fassadengestaltung ist eine großflächige Glasfront an der zum Uni-Hörsaalgebäude zeigenden Rückseite des Gebäudes, die Einblicke in das Sprachatlas-Foyer und eine Wendeltreppe zeigt. Vor allem die Gestaltung dieser rückwärtigen Fassade stößt auf Zustimmung im Denkmalbeirat, erläuterte bei dem Pressegespräch Dr. Margret Lemberg, die stellvertretende Vorsitzende des Denkmalbeirats. „Wir sind dankbar dass das anfangs monoton erscheinende Gebilde etwas aufgelockert wurde“, kommentierte Lemberg.

In Bezug auf die Fassadengestaltung sagte Bär, dass auf der zur Oberstadt weisenden Seite weder im Erdgeschoss noch in den beiden oberen Geschossen eine große Glasfassade geplant sei. An der Vorderfassade ist aus Sicht von Lemberg der Eingangsbereich zu bescheiden ausgefallen. Darauf entgegnete Architekt Bär, dass der Zugang über eine Doppeltür geregelt werde, die aus funktionalen Gründen nicht zwei Stockwerke hoch gestaltet werden solle.

„Ein höherer Eingang würde das klare Konzept stören“, unterstützte ihn Holger Zimmer, der Vorsitzende des Marburger Gestaltungsbeirates. In diesem Gremium, das die Stadt Marburg in Sachen architektonischer Gestaltung berät, waren auch die modifizierten visualisierten Pläne vorgestellt worden. Der Beirat beurteile sowohl das städtebauliche Konzept als auch die jetzige Umsetzung in den Detailplänen positiv, erläuterte Zimmer.

Das Ergebnis ist jetzt leichter vorstellbar

Aus denkmalpflegerischer Sicht sei vor allem wichtig wie die Freifläche rund um den Sprachatlas-Bau gestaltet werde und dass sich das Gebäude am Fuße der historischen Oberstadt möglichst harmonisch in die Umgebung mit dem angrenzenden Alten Botanischen Garten, dem Mühlgraben und dem Kulturdenkmal Uni-Hörsaalgebäude einpasse, erklärte Bezirkskonservator Dr. Bernhard Buchstab vom Landesamt für Denkmalpflege. In dieser Hinsicht lege er große Hoffnung in die Ausgestaltungen eines Parkpflegewerks, sagte Buchstab.

„Mit dieser vertieften Ausarbeitung der Visualisierung durch die Architekten kann man sich jetzt besser vorstellen, wie das Gebäude später aussieht“, meinte der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD).

Das finden auch die beiden Sprachwissenschaftler Professor Joachim Herrgen und Professor Klaus-Jürgen Schmidt, die als künftige Nutzer das Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas bei der Pressekonferenz vertraten. „Das geplante Gebäude verfügt besonders im Inneren über eine exzellente Funktionalität“, freute sich Herrgen. Neben einem Hörsaal und Seminar- und Büroräumen sowie Labors sollen dort auch eine Bibliothek und ein Archiv entstehen. Die derzeit auf vier Standorte verteilten Sprachwissenschaftler der Marburger Universität sollen in dem Forschungszentrum einen gemeinsamen Ort erhalten.

  • Derzeit wird mit 9,6 Millionen Euro Gesamtbaukosten für den Bau des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas gerechnet, erläuterte Dr. Eckhard Diehl, Leiter des Gebäudedezernats der Universität. Bereits ab August sollen erste archäologische Grabungen auf dem Areal starten. Dann stehen zwischenzeitlich nur noch 50 der 137 öffentlichen Parkplätze zur Verfügung. Ab dem Baubeginn im ersten Quartal 2014 werden bis zur Fertigstellung im Frühjahr 2015 alle Parkplätze wegfallen. Die drei Visualisierungen des Sprachatlas-Gebäudes sind ab Montag im Foyer vor dem historischen Rathaus-Saal ausgestellt.

von Manfred Hitzeroth

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