Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Sportlich werden - sportlich bleiben

Vorsätze im neuen Jahr Sportlich werden - sportlich bleiben

Hochbetrieb in den Fitness-Studios: Die OP fragt bei Betreibern und Sportlern nach, was sie im neuen Jahr antreibt und was man tun kann, um die gesteckten Ziele auch einzuhalten.

Voriger Artikel
Mit 63 Jahren fängt die Ratsarbeit an
Nächster Artikel
SPD stellt klar: Mit uns keine Seilbahn

Daniel Gumbrechthält sich fit. Im Fitness-Studio trainiert er auch mit Hanteln.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. Mehr Bewegung steht ganz oben auf der Liste: das ergab zumindest eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa vom Dezember. So rangierte der sportliche Vorsatz für 2016 gleich hinter „weniger Stress“ und „mehr Zeit für die Familie“ auf Platz drei.

Die guten Vorsätze machen sich auch in den örtlichen Fitnessstudios bemerkbar. „Der Andrang ist groß“, sagt Nicole Schridde, Geschäftsführerin von „clever fit“ Marburg. „Wir haben sehr viele Termine für Probetrainings.“ Im „Physicum“ war bereits im Dezember mehr los als sonst. Geschäftsführer Jacek Sufcynski führt dies weniger auf die Vorsätze als auf die Jahreszeit zurück. „Das ist wie mit dem Eisessen: Sobald es draußen heller und wärmer wird, machen es die Leute draußen. Wenn es draußen aber dunkel und nass ist, so wie jetzt, trainieren sie lieber im Fitnessstudio“, erklärt er.

Halten die guten Vorsätze oft nur bis Februar?

Das Stadtallendorfer Fitnessstudio „Bodyproject“ verbuchte auch bereits zwischen den Feiertagen mehr Besucher. Erfahrungsgemäß wird dies aber nicht von Dauer sein: „Der Andrang hält die ersten vier bis fünf Wochen an, aber dann verlässt viele der Ehrgeiz und das Fitnesssstudio wird wieder leerer“, weiß Mitarbeiter Oliver Mühl.

Dies vermutet auch Stefan Weil, Sportlicher Leiter bei „Vita Fitness“. Unter den Menschen, die seit dem zweiten Januar vermehrt zum Training in das Gesundheitszentrum kämen, seien sowohl Alt-Kunden als auch solche, die sich vorgenommen haben, mehr Sport zu machen.„In vielen Fällen halten die guten Vorsätze nur bis Februar an.“

Mit dem Kumpel macht es mehr Spaß

Ortswechsel: Im „clever fit“ trainieren Daniel Gumbrecht und Jakob Paul im Freihantelbereich. Sie kommen oft gemeinsam ins Fitnessstudio.Das gemeinsame Training hilft Daniel, regelmäßiger Sport zu treiben. „Wenn ich meinen Kumpel Jakob dabeihab, macht mir das Training doppelt Spaß“, berichtet er. „Wenn ich mich zum Sport verabrede, dann ist es für mich fester und keine Frage mehr, ob ich hingehe oder nicht.“

Von Neues-Jahr-Vorsätzen an sich halten die zwei Freunde nicht viel. „Ich glaube, wer sich vornimmt, sich mehr zu bewegen, braucht nicht einen Start ins neue Jahr“, sagt Jakob. „Man sollte sich zu jeder Zeit Vorsätze machen können und versuchen, sie einzuhalten. Eigentlich kann man sich jeden Tag neue Vorsätze machen.“

Auch ihm helfe es, sich zum Sport mit seinem Freund Daniel zu verabreden. „Man muss einmal seinen Schweinehund überwinden. Wenn man einmal drin ist, will man auch dranbleiben“, sagt er.

Dieses Prinzip scheint auch bei Linda Förster aufgegangen zu sein. „Ich hab mir die vergangenen Jahre immer vorgenommen, öfter zum Sport zu gehen. Das hat nie geklappt. Dieses Jahr habe ich mir gesagt: Das mach ich sowieso nicht, also mache ich mir auch keinen Vorsatz.“ Seither war sie schon drei Mal im Fitnessstudio - öfter als sonst. „Ohne Vorsatz klappt es bei mir besser, weil ich dann nicht so den Druck habe.“

Ihr Tipp: Sich nicht zu viel vorzunehmen - „denn sonst ist man enttäuscht, wenn man es nicht schafft. Einmal die Woche ist, denk ich, ein ganz realistisches Ziel. Solche ‚Babysteps‘ haben zumindest mir ganz gut geholfen“, sagt sie.Das sieht auch David Schmucker so: „Wichtig ist, dass man sich kleine Ziele setzt. Also dass man sich nicht vornimmt nur ein-, zweimal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen, nicht jeden Tag - das schafft man eh nicht.“

Psychotherapeutin rät: realistische Ziele setzen

Dazu rät auch die Marburger Psychotherapeutin Margit Dautermann-Hauck (kleines Foto: privat), die Vorsätze prinzipiell für etwas Gutes hält. „Ziele sind etwas sehr Sinnvolles. Mit ihnen kann man sich weiterentwickeln - vor allem dann, wenn man sie überprüfen kann. Das führt zu Erfolgserlebnissen, die sich wiederum positiv auf das Selbstwertgefühl auswirken.“

Eine Gefahr sei jedoch, sich zu viele Dinge vorzunehmen. „Da kann man den Überblick verlieren. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man sie nicht erreicht. Dann ist es frustrierend. Daher ist es sinnvoll, mit einem Vorsatz zu beginnen, der möglichst realistisch ist“, erläutert Dautermann-Hauck.

Zudem sollte man seine Ziele genau definieren: „Nehmen Sie sich beispielsweise vor, ,ein paar Kilos‘ abzunehmen, ist es hilfreich zu definieren, wie viel ein ,paar‘ Kilos sind und bis wann Sie diese loswerden möchten“, ergänzt sie.

von Ruth Korte

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr