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Sportarbeit in der Stadt soll stärker Sozialarbeit sein

Fründt-Nachfolge Sportarbeit in der Stadt soll stärker Sozialarbeit sein

Wenn Sportamtsleiterin Kirsten Fründt zum 1. Februar auf den Sessel der Landrätin ins Kreishaus wechselt, soll ihre Nachfolge bereits geklärt und eingearbeitet sein.

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Wechselt am 1. Februar vom Sportamt ins Landratsamt: Kirsten Fründt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nachdem die Stelle in der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses freigegeben worden ist, wird sich der Magistrat nun mit der Ausschreibung für die Nachfolge von Kirsten Fründt beschäftigen, die am 22. September zur neuen Landrätin des Landkreises Marburg-Biedenkopf gewählt worden ist und ihren derzeitigen Job nach nur gut einjähriger Tätigkeit zum 31. Januar beenden wird.

Einen Favoriten auf die Nachfolge von Fründt gibt es offiziell nicht. „Ich habe mich mit dieser Fragestellung noch nicht beschäftigt“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) auf Nachfrage der OP. Vaupel will zunächst mit den Beschäftigten des Sportamts reden.

Der Oberbürgermeister hat aber sehr wohl konkrete Vorstellungen über die inhaltliche Schwerpunktsetzung für diese Stelle: Unter Fründts Vor-Vorgänger Karl-Heinrich Auffarth wurde der Fachdienst Sport vor allem als Servicestelle für die Vereine profiliert und war unter Auffarths Nachfolger Wilfried Schmidt vor allem mit der Modernisierung und dem Ausbau des Sportzentrums Georg-Gassmann-Stadion beschäftigt. Kirsten Fründt stand vor allem für die sozial- und jugendpolitische Komponente der Sportarbeit in Marburg, und nach dem Willen von Sportdezernent Vaupel soll dies auch so bleiben. „Wir müssen Jugendliche vor allem aus bildungsfernen Schichten so früh wie möglich in die Vereine bringen“, nennt Vaupel seine Zielsetzung. Dies sei, so das Stadtoberhaupt, eine Frage der Chancengerechtigkeit. Vaupel hält es, und da ist er sich mit namhaften Sportwissenschaftlern einig, für erwiesen, dass die Startchancen von Jugendlichen im organisierten Sport verbessert werden: „Sie lernen Verantwortungsbewusstsein, faires Verhalten, sie erlernen den Umgang mit Niederlagen, sie erkennen den Wert von Zielstrebigkeit und vieles mehr“, sagt Vaupel. Diese Eigenschaften, die heute über gesellschaftliche Teilhabe und über Chancen auf dem Arbeitsmarkt entscheiden, vermittle der Sportverein. „In diese Richtung müssen wie die ­städtische Sportarbeit weiter profilieren“, so Vaupel und fügt hinzu: „Und wir müssen dies durch personelle Entscheidungen unterfüttern.“

Kirsten Fründt war vor ihrer Tätigkeit im Fachdienst Sport die Vorsitzende des TSV ­Ockershausen, einem der großen breitensportlich orientierten Vereine in Marburg. Gemeinsam mit Mitarbeiterinnen des Vereins für bewegungs- und sportorientierte Jugend­sozialarbeit entwickelte sie in dieser Zeit Konzepte und ­Strategien, um benachteiligte Jugendliche gezielt für den Sport anzusprechen. Hintergrund: 80 Prozent aller Jugendlichen aus sozial benachteiligten ­Stadtteilen würden grundsätzlich gern Angebote von Sportvereinen annehmen, wenn die Bedingungen stimmen. Doch nur ein Bruchteil davon geht tatsächlich in einen Sportverein.

von Till Conrad

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