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Sport soll Flüchtlingen helfen

Asylbewerber Sport soll Flüchtlingen helfen

Hilfe für Vereine, die Flüchtlinge bei der Integration unterstützen: Künftig sollen vor allem Sportklubs sowohl animiert als auch unterstützt werden, wenn sie Asylbewerbern das Einleben in Marburg erleichtern.

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Kinder und Jugendliche spielen auf einem Bolzplatz.

Quelle: Archiv

Marburg. Vereine sollen künftig verstärkt mit organisatorischem Beistand und bisweilen finanzieller Unterstützung der Stadtverwaltung rechnen können. Das hat der Sozialausschuss am Mittwochabend beschlossen. „Viele der Asylbewerber können keine Vereinsbeiträge zahlen oder sofort aktive Mitarbeiter leisten. Trotzdem müssen wir Anreize für Vereine schaffen, dass sie sich um die Menschen kümmern und ihnen helfen, so dass sie auch auf manchen Kosten nicht alleine sitzenbleiben“, sagt Ulrich Severin (SPD).

Sportförder-Richtline soll reformiert werden

Bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen in das Vereinsleben entstehen laut Antrags-Initiator Dominic Dehmel (SPD) „häufig Hürden, die durch Beratung und Unterstützung der Vereine abgebaut werden können - etwa eine Dolmetscher-Bereitstellung“.

Dirk Vaupel (CDU) hält die Idee für „zu beschränkt und zu vage“. Auf seine Anregung wurde der Antrag um mehr Freizeit-Organisationen, etwa Jugendfeuerwehren, erweitert. Jedoch: „Es ist unklar, worin genau die Hilfen bestehen sollen.“ So sieht es auch Michael Weber (Piratenpartei): „Das ist eine inhalts-leere Interessensbekundung, Symbolik.“

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bezeichnet das Vorhaben hingegen als „richtigen Ansatz“, da der Magistrat in puncto Flüchtlings-Integration vor allem auf Sportan-gebote für die Neu-Marburger setzen wolle. Dazu solle auch bis Jahresende die kommunale Sportförderungs-Richtlinie überarbeitet werden. „Grundlegend geht es darum, die Vereine für die Klientel zu öffnen, die nicht typischerweise in solchen aktiv sind.“ Zusätzliche Trainer, mehr Fremdsprachen-Kenntnisse - „das muss künftig vorhanden sein, das werden wir unterstützen“.

Rund 200 Flüchtlinge, darunter mehrere Dutzend elternlose Kinder und Jugendliche, leben derzeit in der Universitätsstadt. Der Magistrat rechnet nach eigenen Angaben mit einer Verdoppelung dieser Zahl bis zum Jahresende.

von Björn Wisker

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