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Spitzentechnologie für alle, die sie brauchen

Ionenstrahl-Therapiezentrum Spitzentechnologie für alle, die sie brauchen

Hermann Gröhe war beeindruckt: Das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum nannte er ein „herausragendes Beispiel für die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen.“

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Professor Dr. Guido Adler (von links), Minister Hermann Gröhe, Professorin Dr. Engenhart-Cabillic und Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause besichtigen das Herzstück des Teilchenbeschleunigers im Ionenstrahl-Therapiezentrum, den Ringbeschleuniger mit einem Durchmesser von 22 Metern.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Mit dem Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) wird ab Oktober das neben Heidelberg innovativste und modernste Tumortherapiezentrum auf den Lahnbergen in Betrieb gehen. Diesen Termin bestätigte am Donnerstag Professor Dr. Thomas Haberer, der medizinisch-technische Direktor des MIT, beim Besuch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Er hatte bereits Anfang der Woche in der OP berichtet, dass der erste Patient wahrscheinlich noch im Oktober bestrahlt werden kann.

Die technische Innovation des Ionenstrahl-Therapiezentrums besteht darin, erläuterte Haberer, dass Tumoren anstatt mit den sonst üblichen Photonen (kleinsten Lichtteilchen) mit Ionen oder Protonen beschossen werden. Anders als die Photonen können die Teilchen das Maximum ihrer Strahlung erst tief im Körper entfalten, ihre medizinische Wirkung ist deswegen deutlich höher als bei Photonenbestrahlung.

Haberer bringt es so auf den Punkt: Protonen – die Ionen des Wasserstoffmoleküls – können präziser eingesetzt werden. Und wenn die benötigte zerstörerische Kraft besonders groß ist, nimmt man Schwerionen, etwa die des Kohlenstoffmoleküls. Längst nicht jeder Krebspatient ist für diese spezielle Therapie geeignet. Bei Hirntumoren etwa bestrahlt man gerne mit Protonen, weil das umliegende Gewebe geschont wird. Wichtig ist immer, die Nebenwirkungen der Therapie dank präziser Bestrahlung zu minimieren.

Keine Beschränkung für medizinisch sinnvolle Therapie

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass eine Konferenz von Fachärzten darüber entscheidet, ob der Patient für eine Ionenstrahltherapie in Frage kommt. Professorin Dr. Rita Engenhart-Cabillic sagte, dass einzig und allein medizinische Kriterien darüber entscheiden sollen, welche Therapie der Patient bekommt. Und Irmtraut Gürkan, die Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg, ergänzte, dass in Heidelberg Verträge mit allen wichtigen Krankenkassen für die Ionentherapie bestehen. „Für das, was medizinisch sinnvoll ist, gibt es keine Beschränkung“, sagte Gürkan.

Das ist für Marburg deswegen interessant, weil das MIT zu 75,1 Prozent dem Heidelberger Universitätsklinikum und zu 24,9 Prozent dem UKGM gehört. Patienten können insofern davon ausgehen, dass sie auch in Marburg die medizinisch sinnvollste Behandlung erhalten.

Professor Dr. Guido Adler, der Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg, nannte das MIT ein „Vorzeigeprojekt“ für eine länderübergreifende Kooperation. Sie ermögliche klinische Studien mit großen Fallzahlen und erweitere die Behandlungsperspektiven. Und das MIT, da ist sich UKGM-Vorstandsvorsitzender Martin Menger sicher, stärke dessen Ruf als „Spitzenzentrum der Krebsmedizin“.

von Till Conrad

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