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Spezielle Therapiefür jeden Krebs-Patienten

Pathologen-Tagung Spezielle Therapiefür jeden Krebs-Patienten

Wie die moderne Pathologie die Heilungschancen krebskranker Menschen verbessern kann, war Thema eines Symposiums am Universitätsklinikum.

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Heilungschancen von Krebspatienten verbessern ist das Ziel der Professoren Hendrik Bläker (von links), Thomas Matthias Gress, Matthias Christgen, Peter Johannes Wild, David Horst, Sven Perner, Jochen A. Werner, Bence Sipos, Roland Moll und Helmut Schäfer.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Professor Roland Moll, Direktor des Instituts für Pathologie, hob im Gespräch mit der OP hervor, die Pathologie sei ein medizinisches Querschnittsfach. Verbindungen gebe es zu allen klinischen Fachbereichen, insbesondere habe sie eine zentrale Funktion in der Tumordiagnostik. „Es ist ja so, dass alle definitiven Krebsdiagnosen durch Pathologen gestellt werden“, hob Moll hervor. „Vorwiegend steht das Institut im Dienste der Lebenden.“

„Die Pathologie ist ein absolut zentrales Fach für die gesamte Medizin, aber insbesondere für unseren Schwerpunkt Onkologie“, ergänzte Medizindekan Professor Helmut Schäfer.

„Als ich anfing, war das Mikroskop noch das Hauptinstrument“, berichtete Moll. Habe es früher nur zwei bis drei Querschnitte gegeben, seien die Untersuchungen heute wesentlich aufwendiger. Hinzu kommen neben dieser konventionellen Methode jetzt molekularpathologische Techniken, bei denen noch genauere personalisierte Diagnosen gestellt werden können, um gezielt ein Medikament auszusuchen. Und ein Symposium zu konventioneller und molekularer Pathologie, zu dem hervorragende junge wissenschaftlich und klinisch tätige Pathologen eingeladen wurden, fand laut Moll zum ersten Mal überhaupt statt. Schwerpunkt seien alle Tumore, außer denen in Körperflüssigkeiten wie Leukämie im Blut, denn darauf sei der Standort Gießen spezialisiert. Schäfer freute sich über den ambitionierten Untertitel der Veranstaltung „Strategien in Forschung und Krankenversorgung im Jahr 2020“, denn dieser sei klar in die Zukunft gerichtet.

Professor Thomas Matthias Gress, Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Endokrinologie, hob als „Nutzer der Pathologie“ hervor, dass es zunehmend zu einem Maßschneidern der Therapie bei jedem einzelnen Patienten kommen werde. Laut Moll geht es dabei um eine Neuausrichtung der Molekularbiologie, „über die Optik in die Moleküle“. Bei einigen Krebsarten habe die Forschung bereits entdeckt, wie sich der Tumor verhält und so könnten bereits gezielt Medikamente eingesetzt werden. Beim hochaggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebs oder bei Tumoren im Mund sei es komplizierter. Aber auch dort, so alle Beteiligten, werde in naher Zukunft mit Erfolgen gerechnet, sodass die Überlebenschancen steigen werden, „und nicht nur um einige Wochen“. Wichtig sei, jeden einzelnen Tumor individuell unter die Lupe zu nehmen, um die Therapie zu optimieren.

von Heiko Krause

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