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„Spessartkarte“ kehrt ins Archiv zurück

Ursprung im 16. Jahrhundert „Spessartkarte“ kehrt ins Archiv zurück

Rückkehr eines Meisterwerks: Die jahrhundertealte „Spessartkarte“ wird ab sofort wieder im Staatsarchiv aufbewahrt. Die Restauration des ramponierten Kunstwerks dauerte eineinhalb Jahre.

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Die „Spessartkarte“ wurde 1584 angefertigt und zählt zu den ältesten Karten im Besitz des Staatsarchivs im Südviertel.

Quelle: Michael Hofstetter

Marburg. Sechs Quadratmeter misst die Karte, die einen Großteil des hessischen und bayerischen Spessarts bis hinein in das Kinzigtal zeigt. Nach dem Aussterben der Grafen in 1559 war die Aufteilung des Erbes vor allem zwischen dem Erzbistum Mainz und der Grafschaft Hanau umstritten, so dass der Frankfurter Kartenmaler Elias Hoffmann den Auftrag für die Erstellung der Ansicht erhielt.

„Es ist eine Gebrauchskarte für die Verwaltung gewesen, keine für den Verkauf bestimmte künstlerische Landkarte. Sie zeigt, wem in der Region was gehörte“, sagt Dr. Katrin Marx-Jaskulski vom Hessischen Staatsarchiv. Die „Spessart-
 karte“ sei noch im 16. Jahrhundert aus vier einzelnen, kleinen Ansichten zusammengesetzt worden.

Spessartkarte - 19.Februar 2016 : Foto / Michael Hoffsteter

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Insgesamt existieren aus der Region sieben Klein-Karten, die zur selben Zeit gezeichnet wurden, aber besser erhalten sind. „Risse, Schmutz, Schimmel, Tintenfraß: Vermutlich hing die Gesamtkarte jahrzehntelang an einer Wand, wurde benutzt. Sie befand sich in einem generell schlechten Zustand“, sagt sie.

„Die einst leuchtenden Farben blichen stark aus, Teile lösten sich sogar ab“, sagt Udo Weiß, Heimatforscher aus dem bayerischen Lohrhaupten, der über Jahre eine Spendensumme von 20.000 Euro für die Restauration sammelte. Das Werk gehört zu den ältesten Ansichten, die im Marburger Magazin aufbewahrt werden.Die „Spessartkarte“ fiel nach dem Ende der Grafschaft Hanau-Münzenberg im 18. Jahrhundert per Erbe an Hessen-Kassel und kam in die Universitätsstadt.

Obwohl aufgrund vieler territorialer und Erbschafs-Konflikte in der Zeit solche Karten recht typisch waren, sei an diesem Exemplar „einiges sehr außergewöhnlich“, sagt Marx-Jaskulski. „Es ist ein ziemlich einzigartiges Stück, etwa wegen der Größe und der malerischen Detailverliebtheit“, erläutert Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch, stellvertretende Leiterin des Staatsarchivs am Friedrichsplatz.

Sie ließe auch historische Rückschlüsse wie etwa die Art des Schiffsverkehrs auf dem Main sowie Waldbestände zu. „In der schönen Ausarbeitung steckt viel Mühe. Und das, obwohl es 
eine Gebrauchskarte war“, ergänzt Marx-Jaskulski.

von Björn Wisker

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