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Spenden-Aktion für Atom-Opfer

Hilfswelle Spenden-Aktion für Atom-Opfer

Drei japanische Studentinnen engagieren sich in Marburg für ihre asiatischen Landsleute. Während eines Themenabends sammeln sie Geld um Katastrophen-Opfern zu helfen.

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Misaki Yamaoka (l.), Ikuko Mitani und Asami Kuga erinnern morgen mit einem Themenabend an die Atom- und Flutkatastrophe von Fukushima zu Beginn des Jahres 2011. Foto: Björn Wisker

Marburg. Für Misaki Yamaoka ist das Auslandsstudium mehr als Pauken und Party. Zwar ist die 21-Jährige seit September voll in die Fächer Philosophie und Germanistik eingespannt. Doch Zeit für freiwilliges Engagement, für klassisch deutsches Ehrenamt findet die Japanerin trotzdem: Sie organisiert gemeinsam mit ihren gleichaltrigen Studienfreundinnen und Landsleuten Asami Kuga und Ikuko Mitani einen Charity-Abend, eine Wohltätigkeits-Gala zugunsten der Opfer der Fukushima-Atomkatastrophe Anfang 2011.

„An der Universittä sind wir sehr häufig auf Fukushima, die atomare Katastrophe und die Flut angesprochen worden“, sagt Yamaoka. „Wir spürten, dass viele an dem Thema interessiert waren“, ergänzt Asami Kuga (21). Doch seien sie selbst verblüfft gewesen, wie wenig Auskunft sie - die Einheimischen - über die Katastrophe, deren Folgen und die aktuellen Entwicklungen tatsächlich geben konnten. Die Idee reifte, die eigene Wissgebierde und das Marburger Interesse zu koppeln. Binnen weniger Tage überlegten sich die Studentinnen ein Konzept, stemmten die Organisation. „Am Anfang steht ein etwa 30-minütiger Vortrag, aber das ganze soll kein Frontalunterricht sein. Alle Gäste sollen ins Gespräch kommen“, sagt Ikuko Mitani.

Die drei Gaststudenten stammen nicht aus der Region um Fukushima, sondern aus Tokio und Kyoto - und doch haben sie Verwandte, Bekannte, die von der Katastrophe betroffen sind. Auch die Wahl-Marburgerinenn werden am Abend in Gesprächen Geschichten aus ihrer Heimat erzählen können.

Das Geld für die Opferhilfe speist sich aus Eintritt, dem Erlös aus traditionellem japanischen Essen und Inhalten einer aufgstellten Spendenbox. Über eine Stiftung der Universität Fukushima sollen die Spenden verteilt werden. Das Geld soll jenen zugute kommen, die alles verloren haben - denn bis heute leben mehr als 54 000 Japaner, die in der Region zuhause waren, in Notunterkünften. Eine Rückkehr in das verseuchte, verwüstete Gebiet ist Experten zufolge auf Jahrzehnte nicht gefahrlos möglich.

n Los geht‘s am Freitag um 18 Uhr in der Volkshochschule in der Deutschhausstraße. Viele Tickets - zehn Euro für Erwachsene, acht Euro für Studenten und Schüler, fünf Euro für Kinder - sind nach Angaben der Veranstalter bereits vergriffen. Interessenten sind dennoch eingeladen, „einzig das japanische Essen könnte bei zu großem Andrang dann irgendwann knapp werden“, sagt Yamaoka.

von Björn Wisker

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