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Spende sichert Krebsberatung

100000 Euro Spende sichert Krebsberatung

Die Marburger Unternehmerfamilie Pohl fördert seit fünf Jahren die Anneliese Pohl – Psychosoziale Krebsberatungstelle. Diese erweitert jetzt ihr Angebot, obwohl die Unterstützung durch die Deutsche Krebshilfe bald endet.

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Seda Kurt (zweite von links) übergab Sabine Otto, Annekatrein ­Menges-Beutel und Sigrid Ruppersberg von der Psychosozialen Krebsberatungsstelle eine Spende von über 100 000 Euro.

Quelle: Lisa-Martina Klein

Marburg. Die Nachfrage ist hoch und steigt: 6 835 Beratungsgespräche mit an Krebs erkrankten Menschen und deren Angehörigen hat die Psychosoziale Krebsberatungsstelle in Marburg in den vergangenen fünf Jahren seit ihrer Gründung geführt.

Bei einer feierlichen Veranstaltung zum fünfjährigen Bestehen am Montag überreichte Seda Kurt, Geschäftsführerin und Stiftungsmanagerin der Anneliese-Pohl Stiftung eine Spende von 100 000 Euro an Annekatrein Menges-Beutel, Leiterin der Psychosozialen Krebsberatungsstelle, und ihrem Team Sabine Otto und Sigrid Ruppersberg.

Die Stiftung erweitert somit ihr bisheriges Engagement der Krebsberatungsstelle.

„In Zukunft streben wir den weiteren Ausbau der Vernetzung an. Wir sind überglücklich über die unerwartete und großzügige Spende der Anneliese-Pohl-Stiftung und der Familie Pohl von 100 000 Euro. Damit ist der Betrieb bis Ende 2019 gesichert,“ sagte Menges-Beutel nach der Scheckübergabe.

Die Förderung durch die Deutsche Krebshilfe endet 2016. Da die individuelle Beratung in allen Phasen der Erkrankung kostenfrei für alle Patienten, Angehörige und Interessierte zugänglich sei, müsse das Geld von mehreren Stellen kommen, so Ulf Seifart, Schatzmeister der Hessischen Krebsgesellschaft. Meist sind Förderungen zeitlich begrenzt, und so befinde sich die Finanzierung der Beratungsstellen auf dünnem Eis. „Allerdings“, so Seifart, „herrscht in Marburg durch das Engagement der Stadt und der Familie Pohl eine Sondersituation, die es so nicht ein zweites Mal gibt in Hessen.“ Seifart betonte auch die Wichtigkeit der Beratungsstellen. Statistiken sagten voraus, dass die Häufigkeit an Krebserkrankungen drastisch zunehmen würde. Jedoch sei der Krebs auch kein Todesurteil per se mehr, die Heilungschancen stiegen ebenso.

Arbeit im Sinne von Anneliese Pohl

Die Stiftung und Krebsberatungsstelle ist nach der 2008 an Brustkrebs verstorbenen Ehefrau des DVAG-Gründers Dr. Reinfried Pohl, Anneliese Pohl, benannt. Reinfried Pohl verstarb im vergangenen Jahr. Oberbürgermeister Egon Vaupel würdigte in seinem Grußwort die Arbeit der Unternehmerfamilie Pohl und die Namensgeberin der Stiftung: „Menschen brauchen Menschen. Die Stiftung arbeitet ganz im Sinne von Anneliese Pohl, von Menschen für Menschen, die unerwartet in Not geraten sind. Daher ist es selbstverständlich, dass die Stadt einen Standort für so eine Einrichtung findet.“

Die Krebsberatungsstelle ist eine von aktuell 20 Stellen in Deutschland, die von der Deutschen Krebshilfe gefördert und deren Arbeit von externen Gutachtern beurteilt wird. Andreas Pohl, Vorstand der Anneliese-Pohl-Stiftung und DVAG-Chef sagte in einer Mitteilung: „Der 7. September ist für mich und meinen Bruder ein besonderer Tag. Unsere Mutter, Anneliese Pohl, wäre heute 77 Jahre alt geworden. Bereits als die Krebsberatungsstelle vor fünf Jahren zu ihren Ehren gegründet wurde, waren wir vollkommen überzeugt  von der Idee, nicht nur Krebspatienten selbst, sondern auch deren Familien zur Seite zu stehen. Unsere Mutter hat sich immer für andere eingesetzt. Umso schöner ist es für uns, zu sehen, dass in ihrem Sinne vielen Menschen geholfen wird.“

von Lisa-Martina Klein

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