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„Spekulationen helfen nicht weiter“

Notdienst-Reform „Spekulationen helfen nicht weiter“

Ein Notdienst, eine Zentrale - beschlossen wird eine Reform des Bereitschaftsdienstes erst im Februar. Für reichlich Zündstoff sorgen die Pläne allerdings schon jetzt.

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Der ärztliche Notdienst im Fokus: Am Krankenhaus Wehrda weist ein Schild auf den Bereitschaftsdienst. Nicht zu verwechseln mit der Notaufnahme, für die die Diakonie verantwortlich zeichnet. 

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Mediziner sind bemüht, die Emotionen aus der Debatte zu nehmen. Die Bedenken der Bürgermeister der Standorte, die von der Schließung bedroht sind, können die Ärzte nachvollziehen. „Aus Marburger Sicht sehen wir das Ganze aber wenig problematisch“, sagt Dr. Helmut Meiß, Allgemeinmediziner und als Obmann für die Besetzung der Bereitschaftsdienste verantwortlich. Es lägen keine konkreten Pläne vonseiten der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) über eine Neustrukturierung vor. „Wir wurden lediglich darüber informiert, dass es zur Vergrößerung der Kreise kommen soll.“ Ob nun Stadtallendorf, Biedenkopf und Gladenbach komplett geschlossen werden oder womöglich nur am Wochenende besetzt sind, darüber liegen keine Pläne vor. „Spekulationen helfen nicht weiter solange kein Mandat von der KV vorliegt“, sagt Meiß.

Fest steht für den Mediziner: Egal, wie eine Entscheidung auch aussehen mag, die Versorgung der Patienten werde nicht gefährdet. „Ob nun ein Anfahrtsweg für die Bevölkerung ertragbar ist, das muss die KV verantworten. Nicht wir. Wir lösen das organisatorische Vorgehen.“

Was bisher an die Öffentlichkeit drang: Im Diakonie-Krankenhaus Marburg-Wehrda sollen den Gerüchten zufolge die Fäden aus dem Landkreis zusammenlaufen. Von dort soll ein Fahrdienst sowie der ärztliche Notdienst gesteuert werden. Für die Notfälle stehen natürlich die Krankenhäuser auf den Lahnbergen sowie die Notaufnahme der Diakonie in Wehrda zur Verfügung. Das versichern unisono Dr. Clemens Kill, Leiter der Notaufnahme am UKGM, sowie Diakonie-Geschäftsführer Dr. Walter Gleichmann.

Krankenhaus nur in der Rolle des Vermieters

„Wir arbeiten bestens zusammen“, sagt Gleichmann im OP-Interview. An der Reform-Debatte möchte er sich nicht beteiligen.

Er sagt aber klipp und klar: „Für den Bereitschaftsdienst treten wir als Diakonie-Krankenhaus nur als Vermieter auf, haben also grundsätzlich mit der Organisation nichts zu tun.“ Er ergänzt aber: Sollten sich Patienten unsicher sein, könnten sie jederzeit in die Notaufnahme kommen. „Ob Computertomograph, Ultraschall oder Laboruntersuchungen - wir haben ganz andere Möglichkeiten als der Notdienst.“ Patienten dürften auch Leistungen einfordern. Sie sollen es sogar. Das sagt Gleichmann nicht ohne Grund.

Patienten, die mit dem ärztlichen Notdienst nicht zufrieden waren, hätten das aufgrund der Örtlichkeit mit dem Krankenhaus in Verbindung gebracht. „Wir haben keinerlei Verantwortung für die Kollegen vom Bereitschaftsdienst“, betont Gleichmann „Unsere Notaufnahme untersucht jeden Patienten nach den höchsten Standards. Das kann ich versichern.“

von Carsten Bergmann

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