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Spektakuläre Ausblicke beim Lesen

Campus-Monatsbild: August Spektakuläre Ausblicke beim Lesen

Bei einem Rundgang auf der Campus-Baustelle überzeugte sich die OP davon, wie die Bauarbeiten vorankommen.

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Die Arbeiten auf der Marburger Campus-Baustelle gehen voran.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Start des Rundgangs war am späteren Eingang für die neue Uni-Bibliothek, in der Mitte zwischen den beiden in Entstehung befindlichen Haupt-Baukörpern. Direkt davor versperrt den Baustellenbesuchern noch ein kleiner Hügel aus Baumaterialien den Weg. Daran vorbei gelangt man dann in das Erdgeschoss des späteren ­Atriums. Komplett verglast soll das Bibliotheksfoyer  nach der Fertigstellung als Bindeglied zwischen dem am Pilgrimstein gelegenen fünfgeschossigen Bücher-Magazin und dem Richtung Mühlgraben weisenden viergeschossigen Nutzerbereich dienen. Noch laufen die abschließenden Arbeiten für die Fertigstellung des Rohbaus, die im Herbst beendet sein werden.

Mehrere Säulen aus Sichtbeton stehen in den bereits fertiggestellten Stockwerken als tragende Elemente. Zusätzliche Baustützen dienen hier und in den oberen Geschossen nur zwischenzeitlich als stabilisierende Elemente.

Bei einem Rundgang auf der Campus-Baustelle überzeugte sich die OP davon, wie die Bauarbeiten vorankommen.

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In Höhe des ersten und zweiten Obergeschosses sind bereits zwei Verbindungs-Brücken mit einer Länge von jeweils rund 15 Metern installiert. Ein drittes ebenso langes Bauteil liegt noch auf dem Boden. Arbeiter nehmen letzte Feinjustierungen daran vor. Später am Abend soll es per Kran in die Höhe gehoben werden, um dann dort als dritte „Brücke“ eingepasst zu werden. Präzisionsarbeit ist gefragt.

Maßarbeit war übrigens auch bei der repräsentativen Treppenkonstruktion notwendig, die von der Eingangshalle im Atrium hoch in die Räume für die Bibliotheksnutzer führt. Die Treppenläufe sind keine Fertigbauteile, sondern wurden direkt an der Baustelle angefertigt, erklärte Florian Fahr vom Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner im Gespräch mit der OP. Fahr ist als Oberbauleiter für die Überwachung des Baustellenbetriebs zuständig.

„Wir sind vier bis sechs Wochen schneller als im Zeitplan vorgegeben“, freute sich Markus Janik, Projektleiter vom Hessischen Baumanagement (HBM). Dass der Zeitplan bis jetzt eher „übererfüllt“ wurde, liegt nach seinen Angaben vor allem am milden Winter, der die Arbeiten am Rohbau der neuen Uni-Bibliothek (UB) deutlich erleichtert hat. „Es lässt sich alles schneller umsetzen“, hat er zudem beobachtet.

Fußbodenheizung kann auch kühlen

Die Bauverantwortlichen sind froh, dass sie nun einen gewissen Zeitpuffer auf dem Weg zur geplanten Einweihung des Neubaus im Mai 2017 haben. Das nächste fixe Datum ist jetzt das Richtfest, das schon im Herbst dieses Jahres stattfinden soll.

Von den Decken hängen besonders viele auffällige rote Schläuche: Sie weisen auf eine Besonderheit des Baus hin. Später sollen sie in die Decken-Konstruktionen integriert und mit Wasser gefüllt werden. Nach dem Prinzip einer Fußbodenheizung  werden sie dann für eine Wärmeregulation sorgen. So soll besonders im Sommer ein kühleres Klima in den Nutzer-Räumen entstehen, für die ansonsten keine spezielle Klimaanlage vorgesehen ist.

In den Obergeschossen kann man bereits die Dimensionen der künftigen Lesebereiche erkennen. Besonders auffällig ist die Form der Leseterrassen: Es sind hufeisenförmige Einbuchtungen in der Gebäudestruktur, um die herum sich Leseplätze gruppieren werden. Diese sollen im Bibliotheksbetrieb durch breite und hohe Fensterfronten einem spektakulären direkten Blick auf die Bäume im Alten Botanischen Garten bieten.

Jutta Reuter ist von UB-Seite zuständig für alles, was den Neubau betrifft. Derzeit arbeitet sie vor allem daran, den Belegungsplan zu optimieren. Der logistisch höchst aufwendige Umzug der Bücher aus der Zentralbibliothek und zehn Institutsbibliotheken soll im kommenden Jahr so reibungslos gestaltet werden, dass möglichst kein Stillstand entsteht.

Transportanlage geplant

Reuter freut sich schon sehr auf die Leseterrassen und die weiteren neuen Möglichkeiten, die die moderne Bibliothek UB-Mitarbeitern und Nutzern bieten wird. So berichtete sie der OP beispielsweise, dass in die neue UB eine Buchtransportanlage eingebaut werden soll, mithilfe derer ausgeliehenen und wieder zurückgegebene Bücher zu einem „Sortier-Bahnhof“ transportiert werden. Dort werden sie dann aufgrund der in Chips gespeicherten Informationen vollautomatisch in Kisten gepackt und an ihren Ursprungs-Standort zurücktransportiert.

Die Anlage soll zur Entlastung der UB-Mitarbeiter beitragen. Im Betrieb auf der Großbaustelle gehören Hämmer oder Bohrer zum viel verwendeten Handwerkszeug der rund 80 Bauarbeiter. Hier gilt es derzeit vor allem, die Außenwände und Decken hochzuziehen. Von 6 Uhr bis 18 Uhr wird werktags auf der Baustelle gearbeitet, hinzu kommen noch Arbeitszeiten am Samstag von 6 Uhr bis gegen 14 Uhr. Wenn der Rohbau im Herbst steht, folgen Dachdecker-Arbeiten, Fassadenarbeiten sowie der Innenausbau – mit dem Einbau der Haustechnik. Zuletzt werden dann auch noch die hochmodernen neuen Regalsysteme eingebaut, die aus Gründen des Platzsparens teilweise auf Schienen rollbar sind.

von Manfred Hitzeroth

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