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Sparkassen-Räuber muss fünf Jahre ins Gefängnis

Überfall mit Spielzeugpistole Sparkassen-Räuber muss fünf Jahre ins Gefängnis

Im Frühjahr überfiel ein Mann, Ende 40, mit vorgehaltener Waffe zwei Sparkassenfilialen in Marburg und erbeutete insgesamt 12 000 Euro. Allerdings drohte der Mann mit einem Spielzeugrevolver.

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Ein alkoholkranker Marburger musste sich vor dem Landgericht wegen des Überfalls auf zwei Sparkassen-Filialen verantworten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Ich war mir eigentlich sicher, dass das keine echte Waffe ist, aber in einer solchen Situation geht man besser auf Nummer sicher“, berichtete der Sparkassenangestellte der zuerst überfallenen Filiale vor dem Landgericht. „Ich habe darüber gar nicht nachgedacht, denn für mich war klar: Hier hält dir einer eine Waffe unter die Nase, da riskiere ich nichts“, so die betroffene Mitarbeiterin des zweiten Überfalls, die sich anschließend auf eine Stelle ohne Kundenkontakt versetzen ließ.

„Ich bin mein Leben lang nicht mit dem Alkohol zurecht gekommen und war an einem Punkt, an dem ich nicht mehr weiter wusste, mir tut es heute nur noch leid“, sagte der Angeklagte. Der psychologische Gutachter zeichnete ein ähnliches Bild: Der seit 2012 arbeitslose Mann war bereits in mehreren stationären Suchttherapien gewesen, hatte schon mit 14 zu trinken begonnen, galt seit den späten 80er Jahren als stark abhängig. „Seit er 2013 wieder nach Marburg zu seiner Mutter gezogen ist, hat sich sein Alkoholproblem verschlimmert und seine Depression wegen der Arbeitslosigkeit wurde immer gravierender“, so der Experte. „Ich habe vorgegeben, einen Job gefunden zu haben, bin stundenlang sinnlos umhergelaufen und dachte mir irgendwann, entweder du hängst dich auf oder wirst kriminell“, so die traurige Bilanz des Bankräubers.

Nach dem zweiten Vergehen wurde er umgehend von der Polizei festgenommen, wobei er trotz 1,5 Promille kaum angetrunken wirkte. „Ich bin Alkoholiker und auch die stationären Therapien genügen nicht auf Dauer, deshalb würde ich mir nach der Haftstrafe die Unterbringung in eine Form des betreuten Wohnens wünschen“, sagte er. Richter Dr. Carsten Paul verurteilte ihn zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft, wobei der Verurteilte nach sechs Monaten für die weitere Vollstreckung in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden soll.

von Marcus Hergenhan

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