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Sozialverein expandiert in Schulzweig

Bildung Sozialverein expandiert in Schulzweig

Der Kooperationsvertrag ist unterzeichnet. Die ersten Anfragen gehen bereits ein. Der Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit (bsj) hat seit Freitag einen weiteren Partner.

Marburg. Die Flex-Schule ist eine alternative Unterstützungsform für Jugendliche zur Erreichung des Schulabschlusses außerhalb regulärer Schulinstitutionen. Das Konzept richtet sich an junge Menschen, denen es aufgrund vielfältiger sozialer Probleme nicht gelingt, in einer Schule zu lernen.

Die Fernschule wurde vor 15 Jahren gegründet. Über 30 Mitarbeiter fördern heute landesweit Jugendliche mit vielfältigen schulischen und sozialen Problemen. Flex ist keine reguläre Schule, viel eher eine Einrichtung der Erziehungshilfe. Sie setzt dort an wo Eltern, Schule und Jugendarbeit nicht mehr weiterkommen und versucht mit alternativen Konzepten den jungen Leuten doch noch einen Haupt- oder Realabschluss zu ermöglichen. Sie ist keine Institution mit festem Standort, sondern arbeitet vor Ort mit den jungen Erwachsenen, deren Familien, Wohnheimen und anderen sozialen Organisationen zusammen. „Wir bringen Schule dahin wo die Jugendlichen leben“, sagte Leiter Dr. Thomas Heckner. Motivation und außerschulische Lernkonzepte stehen dabei im Vordergrund. Flex knüpft an vorhandene Kompetenzen und Fähigkeiten der ehemaligen Schüler an, führt ihnen diese vor Augen und arbeitet mithilfe individueller Lernwege weiter bis hin zur außerschulischen staatlichen Schulprüfung. Dabei halten die Flex-Lehrer aus der Ferne und freiwillige Lernhelfer vor Ort regen Kontakt mit den Flex-Schülern. „Flex motiviert durch konsequente Ermutigung und schrittweise Erfolgs-Erfahrungen wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu gewinnen“, sagte Heckner. Es sei jedoch keine Alternative zur Schule, betonte er deutlich. Das Konzept richtet sich an „extreme Fälle“, an junge Leute, die keinerlei Erfolgsaussichten in den Regelschulen haben.

Finanziert werden die Leistungen häufig über die Jugendämter, doch nicht jedes Amt fördert das Programm. Bundesweit werden zurzeit etwa 400 Jugendliche betreut. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Prüfungsschwerpunkte, spezialisiert sich die Fernschule nun jedoch auf die einzelnen Bundesländer. Sie unterhält mittlerweile Stellen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und nun auch Hessen. Mit der neuen Länderschule hat nun auch Marburg eine eigene „Flex-Station“. Diese ist jedoch nicht nur für die Stadt, sondern das ganze Bundesland gedacht. Ab dem ersten September dieses Jahres übernimmt der bsj die Generalvertretung. Die neu gewonnene Kooperation bzw. der neue Aktionsbereich passe sehr gut in das Programm des Vereins, sagte Jochem Schirp, Geschäftsführer des bsj. „Wir schlagen ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte auf“, freute er sich. Der bsj arbeitet seit 30 Jahren als anerkannter Träger der Jugendhilfe und führt viele Projekte in Zusammenarbeit mit Schulen durch.

Auch mit dem Thema Schulverweigerer setzt sich der Verein bereits seit Jahren auseinander. Vorerst werden sich zwei neue ausgebildete Flex-Lehrkräfte um den Standort Hessen kümmern.

von Ina Tannert

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