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"Soziale Stadt Waldtal" startet

Auftaktveranstaltung "Soziale Stadt Waldtal" startet

Die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung diskutierten in Kleingruppen über ihre Wünsche und Kritikpunkte, die nun von den Projektverantwortlichen in die Planung einbezogen werden sollen.

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„Jugendzentrum stärken“ lautet einer der Wünsche von Bewohnern des Waldtals.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Am Mittwochabend begrüßte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) Waldtal-Bewohner im St.-Martin-Haus zur Auftaktveranstaltung des Programms „Soziale Stadt Marburg-Waldtal“. Vaupel sieht die Menschen in den Stadtteilen als „Experten, die am Besten wissen, in welchen Bereichen der größte Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen“.

Die Ergebnisse der Veranstaltung sind eine Grundlage für das integrierte Entwicklungskonzept, das in den kommenden Monaten erarbeitet werden soll. Im Dezember 2009 hat die Universitätsstadt Marburg beim Land Hessen einen Antrag zur Aufnahme der Stadtteile Waldtal und Ockershausen/Stadtwald in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt“ gestellt. Ziel des Programms ist die Behebung von Strukturdefiziten und Entwicklungsrückständen in benachteiligten Stadtquartieren.

Am 1. Dezember 2014 wurden die Bewilligungsbescheide für die Aufnahme der Marburger Stadtteile in das Programm durch Umweltministerin Priska Hinz überreicht und erste Fördermittel in Höhe von 554000 Euro bewilligt. Die beantragte Gesamtsumme beläuft sich auf drei Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren. Es handelt sich um investive Mittel, also Gelder, die für Baumaßnahmen, Steuerung, Öffentlichkeitsarbeit oder Beteiligungsprojekte genutzt werden. Die Folgemittel müssen jährlich neu beantragt werden.

Kennzeichen des Programms „Soziale Stadt“ ist eine intensive Beteiligung der Bewohner am Entwicklungsprozess. Im Projekt soll der Stadtteil in einer ressortübergreifenden Organisationsstruktur, welche die Bereiche Städtebau, Bildung, Wirtschaft und Arbeit, Soziales, Kultur, Wohnen und Umwelt umfasst, weiter entwickelt und so eine höhere Lebensqualität und die Verbesserung der Verbindung mit der Kernstadt geschaffen werden.

„Die Aufgabe im ersten Projektjahr wird die Erstellung eines Entwicklungskonzeptes mit Leitbildern, Handlungsansätzen und Zielen sein“, erklärte Jürgen Kaiser vom Fachdienst Stadtplanung. „Es müssen ebenfalls Strukturen zur Beteiligung der Bewohner und zur Steuerung der Maßnahmen geschaffen werden.“ Kaiser ist mit Peter Schmidtdiehl (Fachdienst Zentrale Jugendhilfedienste) für die Umsetzung des Projektes zuständig. Gemeinsam erläuterten sie den etwa 80 Bürgern das Konzept.

Kita-Plätze, Sportangebot und Parkmöglichkeiten

Schon in der Vorbereitung der Anträge wurden wichtige Ziele für die Stadtteile herausgearbeitet. So stehen in der sozialen Infrastruktur der Bau von Gemeinschaftszentren, die Kinderbetreuung, soziale Arbeit und nachbarschaftsfördernde Aktivitäten im Fokus. Zusätzlich wurden Begleitprogramme vorgestellt.

„Jugend stärken im Quartier“ (JUSTIQ) fördert die Integration von Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Das Programm „Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier“ (BIWAQ) unterstützt Erwachsene ab 27 Jahre sich zu qualifizieren und eine Beschäftigung zu bekommen.

Im Anschluss an die Projektvorstellung „Soziale Stadt“ beantworteten die Veranstalter zahlreiche Fragen und forderten die Bürger auf, ihre Wünsche und Kritikpunkte zu äußern. In Kleingruppen wurde heftig über Verbesserungsmaßnahmen diskutiert und es wurden Stichpunkte, wie Kita-Plätze, Sportangebot oder mehr Parkmöglichkeiten, auf Karteikarten festgehalten und an Flipcharts geordnet. Diese Vorschläge sind der erste Schritt der Beteiligungskultur und werden im weiteren Verlauf des Projektes von den Verantwortlichen in die Planung einbezogen.

von Jan Bosch

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