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Sonnenstrom von den Lahnbergen

Solaranlage Sonnenstrom von den Lahnbergen

Mit der modernen Photovoltaik-Anlage auf dem Campus Lahnberge will die Uni pro Jahr weitere 70 Tonnen CO2 einsparen.

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Dr. Thomas Schäfer (links) und Dr. Friedhelm Nonne weihten die Anlage ein.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) weihte gemeinsam mit der Universitätsleitung die neue Anlage ein. Diese sei ein weiterer Schritt „hin zur CO2-neutralen Landesverwaltung – 2030 kommt schneller als man denkt“, erinnerte der Minister.

Die Solarstromanlage, erbaut vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), ist die größte, die auf einem Grundstück des Landes bisher errichtet wurde. Die 520 Photovoltaik-Module stehen auf dem Dach des Parkdecks neben dem Neubau des Fachbereichs Chemie, der Generator arbeitet mit einer maximalen Spitzenleistung von 135 Kilowatt Peak. Pro Jahr sollen etwa 115000 Kilowattstunden Sonnenstrom erzielt und in das Netz der Universität eingespeist werden.

Das wäre in etwa der jährliche Strombedarf der zentralen medizinischen Bibliothek. Dies bedeute eine Einsparung von jährlich 70 Tonnen CO2-Emissionen alleine durch die derzeit 850 Quadratmeter große Anlage. Diese soll in den kommenden Jahren noch deutlich ausgebaut werden, Hessen wolle die Energiesparmöglichkeiten voll ausschöpfen, betonte Schäfer. Er hob die Herausforderungen des Klimaplanes hervor, gerade für ein Land mit wechselhaften klimatischen Verhältnisse, „es weht eben nicht immer der Wind, es scheint nicht immer die Sonne“.

Mit dem Zuwachs an regenerativer Energie sei man dem Klimaschutzvorhaben einer CO2-neutral arbeitenden Landesregierung bis 2030 ein gutes Stück näher gekommen. Gleichzeitig ist die Anlage ein weitere Mosaikstein für das 2009 ins Leben gerufene Marburger Klima-Projekt „CO2-neutrale Philipps-Universität“.

Uni plant Entwicklung eines Fernwärmenetzes

Dieses lief lange Zeit „mit vielen Hindernissen und noch nicht so erfolgreich“, berichtete Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne. Daher sei er nun „besonders stolz“ auf die neue, zugleich leistungsstärkste hessische Anlage in Marburg. Mit Projekten wie diesem konnte in der Vergangenheit einiges erreicht werden. Fing das Uni-Projekt vor acht Jahren mit 44000 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr an, stehe man mittlerweile bei jährlichen 21000 Tonnen, berichtete der CO2-Beauftragte der Uni, Dr. Siegfried Bien. „Wir sind beim Halbmarathon angekommen“, erläuterte er die bisherigen Erfolge anhand einer Sport-Metapher. Man habe auf einem zwar holprigen, aber guten Weg viel Marathonstrecke zurücklegen können und sei „ausdauernd genug, auch den Rest der Strecke zu laufen“, zeigte sich Bien zuversichtlich.

Die Photovoltaik-Anlage auf den Lahnbergen kostete insgesamt rund 490000 Euro. Bei einer Nutzungszeit von mindestens 20 Jahren erzeugen die Solarmodule gemeinsam mit der zweiten Anlage der Uni auf dem Gebäude des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas insgesamt rund 2,7 Millionen Kilowattstunden Strom, vermeiden somit CO2-Emissionen in Höhe von etwa 1650 Tonnen, erklärte LBIH-Direktor Thomas Platte. Nicht zuletzt spare man sich damit den Einkauf von „Fremd-Strom“.

Für die Zukunft plant die Uni, die Entwicklung eines Fernwärmenetzes auf den Lahnbergen in Angriff zu nehmen und weitere „wesentliche Energieeinsparungen zu erzielen“, teilte Nonne mit.

von Ina Tannert

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