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Sonnenbrillen, Sangria, Purzelbäume

Erstsemester-Rallye Sonnenbrillen, Sangria, Purzelbäume

Die Sonne war nicht ganz verlässlich und der Wind trug noch ein bisschen Winterkälte mit sich, trotzdem galt für die Erstsemester der Wirtschaftswissenschaften: Semesterstart geht nur mit Party!

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In Start-Position vor dem Institut für Sportwissenschaften.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Wie in jedem Jahr beziehungsweise Semester (BWL und VWL beginnen im Doppel­rhythmus) hatten sich die Älteren der Wirtschaftswissenschaften ein buntes Programm mit diversen Stationen und Aufgaben überlegt, um Stadt und Kommilitonen besser kennenzulernen. Da selbst im Sommersemester rund 200 Studis an dem Angebot teilnehmen, musste der Spaß von der Fachschaft und den rund 40 Teamern doch etwas in Form gebracht werden. „Wir haben 13 Gruppen, die sich jeweils durch die Kostüme unterscheiden, wie etwa die Barbies in Rosa, die Micky-mäuse mit den Ohren oder die blauen Schlümpfe“, erklärte Timo Waginer von der Fachschaft. Am Mittwoch ging die Rallye durch die Stadt mit den Stationen bis 18 Uhr, danach besuchten die Teilnehmer die Juristen-Party und Donnerstagabend ist im Nachtsalon dann die Siegerehrung.

Sittenwächter mögen monieren, dass dabei Jahr um Jahr kleine und größere Mengen Alkohol als Triebfeder der irrsinnigen Immatrikulationszelebrierung fungieren, aber so viele Fachbereiche gestandener Wissenschaften können kaum irren. „Mir hat damals meine eigene Ersti-Woche mit den Spielen irre viel Spaß gemacht und ich bin auch heute noch mit vielen befreundet, die ich damals kennengelernt habe. Deswegen wollte ich mich mit daran beteiligen, dass es das auch für die neuen Erstis weiterhin gibt“, erklärte Teamerin Paraskevi Hundt, die sich, wie viele ihrer Kollegen, schon dem Bachelor Abschluss nähert.

Die Wirtschaftswissenschaften sind mit rund 1200 Studierenden (davon 1000 BWL), nach den Humanmedizinern und Juristen (jeweils über 2000) der drittgrößte Fachbereich in Marburg und für ihre wilden Ersti-­Wochen berühmt. In der Tat kamen einige Klischees an jugendlicher Spaßkultur zusammen: Sonnenbrillen? Check. Sangria? Check! Purzelbäume mit „Auf-die-Fresse-Fallen“ im Park? Check! Ungefragte Nacktheit? Urteilen Sie selbst. Manche der angehenden Akademiker räumten aber auch angeheitert noch mit Vorurteilen auf. „Ich bin nach Marburg gekommen, weil ich eben keinen Bock hatte auf 19-Jährige in Anzügen, so wie man das aus Frankfurt hört. Ich interessiere mich für Wirtschaft und habe Spaß an Mathematik“, sagte etwa Philip Sauer.

Wie zu erwarten, waren die meisten der hoch motiviert Sangria trinkenden und um die Wette rennenden Neulinge in den bunten Kostümen eher jung, allerdings gab es auch einige „alte Hasen“ im Uni-Irrsinn. „Ich habe schon ein Semester Volkswirtschaft in Gießen studiert, aber das war nichts für mich, BWL passt mir trotz der gewissen Ähnlichkeit deutlich besser“, berichtete etwa Johanna Wäldchen. Wenn der gestrige Mittwoch beziehungsweise diese Woche eine Erkenntnis bereithalten: Die Tradition der „Einführungswoche“, wie der bunte Irrsinn offiziell heißt, ist wohl auch für die nächsten Jahre ein besten Händen.

von Marcus Hergenhan

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