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Sommerlicher Geldregen für die Schulen

Bauprojekte Sommerlicher Geldregen für die Schulen

Acht Millionen Euro sind es in diesem Jahr insgesamt, die der Landkreis für Sanierung und Erneuerung in seine Schuleninvestiert. Dazu fließen weitere rund fünf Millionen Euro in energetische Sanierung.

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Das Schild mit der Aufschrift „Waschraum Knaben“ muss noch ein Überbleibsel aus der Anfangszeit der Turnhalle an der Grundschule Biedenkopf sein. Sie wurde 1970 erbaut. Derzeit lässt der Landkreis unter anderem die Sanitäranlagen in der Halle komplett erneuern.

Quelle: Carina Becker

Biedenkopf. Was derzeit in Biedenkopf in der Turnhalle an der Grundschule passiert, ist ein Beispiel für das Engagement des Schulträgers, der seine Bauarbeiten bevorzugt in die Ferienzeit legt. „Wir wollen den Schulbetrieb ja möglichst nicht stören“, sagt der Schuldezernent Marian Zachow bei einem Presse-termin zu den Schulbauprojekten am Mittwochvormittag an der Grundschule Biedenkopf und spricht von einem „Millionensommer“. Dabei reichen die Bauprojekte von der Erneuerung eines Geländers an der Grundschule in Bottenhorn bis hin zu großen, teils auch langwierigeren Arbeiten wie an der Waldschule Stadtallendorf. In letztere investiert der Landkreis in großem Stil, will dort bis kommendes Jahr 3,2 Millionen Euro verbaut haben, um die Schule zu erweitern und zu erneuern.

Ähnlich in Biedenkopf. Dort geht es weiter mit dem Großbauprojekt Turnhalle. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1970, und seit 2012 läuft an der Halle eine Art Generalüberholung - angefangen mit der Erneuerung von Decken und Prallwänden und nun fortgesetzt mit der Sanierung von Heizungs-, Sanitär- und Lüftungsanlagen. In diesen Sommerwochen verbaut der Landkreis 325000 Euro in der rege genutzten Turnhalle, die von drei Schulen und den örtlichen Vereinen frequentiert wird. Schulleiter Frank Dilling ist froh darüber: „Wir sind sehr erleichtert, dass es hier weitergeht mit den Arbeiten und dass wir wieder einen schönen und sauberen Standort bekommen.“ Wenn man die Baustelle gegenwärtig sieht, mit all den aufgebrochenen Decken, Wänden und den Handwerkern, die dort tätig sind, kann man es sich noch nicht so richtig vorstellen - aber nach den Sommerferien soll alles fertig und die Turnhalle wieder voll nutzbar sein.

„Uns geht es um mehr als nur Instandaltung“

Neben der Grundschule in Biedenkopf stehen noch mehr als 40 andere Schulstandorte auf der Liste der Bauprojekte. Insgesamt ist der Landkreis für die Gebäude an 75 Schulstandorten zuständig. „Uns geht es bei den Bauarbeiten um mehr als nur die Instandhaltung von Gebäuden - wir wollen das Lernumfeld für unsere Schüler verbessern“, sagt Zachow. „Die Arbeiten auf die Sommerferien zu konzentrieren, das verlangt uns viel ab“, erklärt Klaus Herrmann, kommissarischer Leiter des Fachbereichs Schule und Gebäudemanagement. Das Team muss möglichst vollständig an Bord sein vor und in der Ferienzeit, damit alles geplant und vorbereitet werden kann, berichtet er - und dann muss auch noch die Koordination mit den Fachfirmen hinhauen.

„Es ist mitunter schon schwierig, ausreichend Fachkräfte für die Bauarbeiten in den Ferien zu bekommen“, sagt Herrmann und ergänzt, dass die Vergabe der Aufträge an Firmen aus allen Gebieten des Landkreises letztlich gut funktioniert habe. „Und in den meisten Fällen werden wir mit den Bauarbeiten auch innerhalb der Ferien fertig.“ Anders laufe dies an Schulen, die der Landkreis zum Sanierungsschwerpunkt macht - so an der Europaschule Gladenbach, wo seit Jahren im Bestand gebaut wird. „Das verlangt auch den Schulen viel ab“, sagt Herrmann.

Weitere Sanierungs-Projekte derzeit in der Planung

Neben den acht Millionen Euro, die der Kreis im Laufe dieses Jahres an den heimischen Schulen verbaut, kommen weitere rund fünf Millionen Euro hinzu. Sie stammen aus dem Programm zur energetischen Erneuerung der Schulgebäude, das die frühere schwarz-grüne Landkreis-Regierung aufgelegt hat und das nun unter Rot-Schwarz fortgesetzt wird. Darin waren 50 Millionen Euro für die energetische Gebäudeerneuerung binnen fünf Jahren vorgesehen. Sachstand: 16 Prozent der Projekte sind abgeschlossen oder stehen unmittelbar davor (Kostenvolumen: fast acht Millionen Euro); 59 Prozent der Projekte werden derzeit umgesetzt (Kostenvolumen: fast 30 Millionen Euro).

Die restliche Sanierungs-Projekte, für die noch rund zwölf Millionen Euro vorgesehen sind, werden derzeit geplant, teilt die Pressestelle des Landkreises auf OP-Nachfrage mit. Diese Investitionen tragen Früchte. Fachbereichsleiter Herrmann spricht von einem deutlichen Rückgang bei den Energiekosten. Ein Beispiel liefert die Gesamtschule Neustadt. Der Heizenergieverbrauch lag vor der Sanierung bei fast 532000 Kilowattstunden pro Jahr, was Ausgaben von mehr als 45000 Euro bedeutete und ging nach der energetischen Erneuerung der Gebäude auf knapp 64000 Kilowattstunden pro Jahr zurück, was noch Kosten von rund 5500 Euro bedeutet. Die CO2-Reduzierung liegt nach Angaben des Kreises bei rund 63 Tonnen pro Jahr.

von Carina Becker

Ein Auszug aus der Bauliste der Schulsanierung in den Sommerferien:
Grundschule Amönau, neue Brandschutztür für 5000 Euro; Grundschule Großseelheim, Sanierung der Eingangstreppe für 2500 Euro; Grundschule Dreihausen, Anschluss ans Nahwärmesystem für 50000 Euro; Mittelpunktschule Dautphetal, Asphaltierung von Zufahrt und Parkplatz für 50000 Euro; Burgbergschule in Friedensdorf, Brandschutz und Malerarbeiten für rund 74000 Euro; Herrenwaldhalle Stadtallendorf, Sanierung der Toiletten (bis Herbst 2015) für 200000 Euro.
Auszug aus der Bauliste – energetische Sanierung in den Sommerferien:
Gesamtschule Wetter, Sprühschaumdämmung im Kellergeschoss für 200000 Euro; Gesamtschule Niederwalgern, neue Fassade für 1,7 Millionen Euro.
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