Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Sommergewinn zählt zum Kulturerbe

Partnerstadt Eisenach Sommergewinn zählt zum Kulturerbe

Der Sommergewinn, das traditionelle Frühlingsfest in Marburgs Partnerstadt Eisenach, wurde jetzt zum immateriellen Kulturerbe erklärt.

Voriger Artikel
Debatte über Gestaltungsbeirat
Nächster Artikel
Mitschuld nicht erwiesen

Frau Sunna (rechts) gewinnt im März 2010 beim traditionellen Umzug des Volksfests „Sommer­gewinn“ in Eisenach das traditionelle Streitgespräch mit Herrn Winter.

Quelle: Michael Reichel (Archiv)

Eisenach. Der Eisenacher Sommergewinn, eines der größten­ und ältesten Frühlingsfeste­ Deutschlands, gehört ab sofort zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Die deutsche Unesco-Kommission habe­ das Volksfest, das vermutlich seit dem 13. Jahrhundert gefeiert wird, in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen, teilte die Stadt Eisenach am Freitag mit.

Der Sommergewinn, der seit der deutsch-deutschen Wende regelmäßig von vielen Marburgern besucht wird, verbindet heidnische und christliche Bräuche. Höhepunkt ist das jährliche Streitgespräch zwischen Frau Sunna und dem greisen Herrn Winter, der nach seiner Niederlage ritualmäßig als Strohpuppe verbrannt wird. Allein in diesem Jahr verfolgten 45000 Schaulustige das Spektakel. Und die Vorbereitungen für den nächsten Sommergewinn laufen bereits auf Hochtouren. Der große Sommergewinns-Festumzug zieht im kommenden Jahr ab Samstag, 25. März, durch Eise­nach. Thematisch wird der Umzug anlässlich des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 unter dem Titel „500 Jahre Reformation in Luthers lieber Stadt“ stehen. Dabei will die Sommergewinnszunft als Ausrichter des Festes den Schwerpunkt auf die Eisenacher Zeit Martin Luthers legen und dies auch auf vielen Festwagen darstellen.

Auch die Heiligenstädter Palmsonntagprozession, das in Altenburg erfundene Skatspiel, das Wunsiedeler Brunnenfest oder die ostfriesische Teekultur, wurden neu in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das Prädikat immaterielles Kulturerbe soll zur Pflege und zum Erhalt lebendiger Traditionen aus den ­Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken beitragen. Im nationalen Verzeichnis gibt es derzeit 68 Einträge. Darunter fallen unter anderem auch das Märchenerzählen, die Porzellanmalerei und das Flechthandwerk.

von Manfred Hitzeroth
und unserer Agentur

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr