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Sommer-Quartier für Nachtschwärmer

Dammelsberg Sommer-Quartier für Nachtschwärmer

Demnächst ist die Winterpause für Fledermäuse vorbei, und die kleinen Tiere gehen auf die Suche nach bequemen Sommerquartieren. Am Dammelsberg finden sie 35 brandneue Wohnstuben.

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Forstamt-Mitarbeiterin Susan Weisleder (von links), Ortrud Simon von der Unteren Naturschutzbehörde, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Marion Kühn vom Fachdienst Stadtgrün, Klima- und Naturschutz, Florian Zilm, Naturschutzbeauftragter des Forstamts Kirchhain, und Mitarbeiter Dominik Führer begleiteten das neue Fledermaus-Wohnprojekt auf dem Dammelsberg.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Noch ist es den Fledertieren zu kalt draußen, doch etwa ab Ende März erwachen die kleinen Säuger aus ihrem Winterschlaf - eine Unterkunft für den Sommer finden sie dann am Dammelsberg.

Die nachtaktiven Flugtiere leisten so einiges, auch zum Wohle der Menschen und sind wahre Meister in der Beseitigung von Insekten - geschätzt vertilgt eine Fledermaus etwa 60000 Mücken in einer Sommersaison, berichtete Ortrud Simon von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt.

Mehrere heimische Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht oder gelten als stark gefährdet, die Tiere sind nach europäischem Naturschutzrecht daher besonders geschützt. In Marburg gibt es etwa zwölf verschiedene Fledermausarten, darunter die Fransenfledermaus, den Abendsegler oder das Große Mausohr.

Eine besonders stolze Kolonie der Zwergfledermaus mit geschätzt mehr als 6000 Tieren ist im Landgrafenschloss beheimatet. „Wir haben einen ordentlichen Bestand“, betont Simon. Und den gilt es zu schützen. Unterschlupf finden die kleinen Nachtschwärmer bevorzugt in unterirdischen Stollen, Gebäuden oder in Baumhöhlen.

Angesichts menschlichen Eingreifens in die Natur schwindet dieser Lebensraum jedoch, künstliche Quartiere aus Steinbeton sind daher als Alternativen nötig - auch im FFH-Gebiet unterhalb des Landgrafenschlosses. Im Zuge einiger Verkehrssicherungsmaßnahmen mussten mehrere für die Tiere „möglicherweise bedeutsame Bäume“ am Dammelsberg gefällt werden, teilte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) mit. Als Ersatz installierte Hessen-Forst in Kooperation mit der Oberen und Unteren Naturschutzbehörde insgesamt 35 neue Spezialkästen zwischen den Bäumen für mehr als 1000 Tiere, welche die bereits bestehenden Winterquartiere ergänzen.

Insgesamt kostete die Maßnahme rund 3000 Euro. „Eine echte Bereicherung für das Naturschutzgebiet“, lobte Kahle.

von Ina Tannert

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