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Solarpark: Entschieden ist noch nichts

Veranstaltung Solarpark: Entschieden ist noch nichts

Der geplante Bau eines Solarparks stößt in Gisselberg auf ein geteiltes Echo.

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Auf dieser Fläche in Gisselberg soll ein Solaracker entstehen.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Das letzte Stückchen Grün, wo man spazieren gehen konnte, ist jetzt weg“, sagte eine 58-jährige Gisselbergerin vergangenen Montag nach einer Informationsveranstaltung von der Stadt und der Firma Volllast zum geplanten Solarpark. Zwischen Bahnlinie und Stadtautobahn, hinter dem ehemaligen EAM-Gebäude, der heutigen Flüchtlingshilfe, sollen auf fünf Hektar bisheriger Ackerfläche Solarmodule aufgestellt werden.

25 Gisselberger kamen am Montagabend zu der Veranstaltung im Bürgerhaus. Entschieden ist jedoch noch nichts. Eine Baugenehmigung solle es frühestens Ende des Jahres geben, so Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne).

Walter Ryll vom Planungsbüro, das mit der Firma Volllast zusammenarbeitet, gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Planung.

Die Solarmodule sollen eine Höhe von 2,30 Meter bis 3,60 Meter haben. Als Sichtschutz zum Wander- und Radweg sind eine zweireihige Hecke und ein Zaun, berankt von Hopfen oder wildem Wein, geplant. Vom Ort aus kaschiere ein Gehölzstreifen entlang der Bahnlinie die Anlage, so Ryll.

Pachtvertrag läuft 20 Jahre

Die Bauphase ist auf sechs Wochen angesetzt, geplant dafür sind April und Mai kommenden Jahres. Die Anlage solle bei voller Sonneneinstrahlung eine Leistung von 3,4 Megawatt bringen, so Ryll.

Zum Vergleich: Bisher würden in Marburg bereits bis zu 13,4 Megawatt mittels Solarenergie erzeugt, die Privathaushalte eingeschlossen, berichtete Dr. Kahle. Damit könne ein Drittel der Privathaushalte mit Strom versorgt werden.

Der Pachtvertrag läuft zunächst 20 Jahre, mit der Option auf zweimalige Verlängerung um fünf Jahre. Wenn er ausläuft, ist die Firma Volllast, abgesichert durch eine Bürgschaft, dazu verpflichtet, die Fläche für die landwirtschaftliche Nutzung zurückzubauen. So gebe es keine Gefahr einer Industrieruine, sagte Bürgermeister Dr. Kahle.

„Ich sehe nicht ein, warum der Solarpark so dicht an einem Ort gebaut werden muss“, sagte eine Bürgerin nach der Veranstaltung. Hinter den Bahngleisen stünden direkt die ersten Häuser. Ein 78-jähriger Rentner meint dagegen: „Immer noch besser als Windräder.“ Irgendwo müsse die erneuerbare Energie ja herkommen. „Oder wollen wir auf Atomkraftwerken sitzenbleiben?“

An diesem Mittwoch (ab 20.30 Uhr im Bürgerhaus) wird das Thema samt Meinungsäußerungen der Bewohner auch im Ortsbeirat diskutiert. Damit das Projekt umgesetzt werden kann, ist eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes nötig.

von Freya Altmüller

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