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Sören Bartol: "Es macht total viel Spaß"

Bundestagswahlen Sören Bartol: "Es macht total viel Spaß"

Es wäre Sören Bartols fünfte Legislaturperiode in Berlin. Und er hofft darauf, auch ein fünftes Mal das Direktmandat für den Landkreis zu gewinnen. Doch erst mal müssen die SPD-Mitglieder ihn als Kandidaten wählen.

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Sören Bartol sitzt seit 2002 für die SPD im Bundestag. Er holte ­bereits viermal das Direktmandat für den Kreis.Archivfoto

Marburg. Während eines Unterbezirksparteitages stimmen die SPD-Mitglieder an diesem Samstag im Cineplex in Marburg über die Kandidatur ab. Der SPD-Vorstand für Marburg-Biedenkopf hat Sören Bartol im September nominiert.

2002 holte der inzwischen 42-Jährige für die SPD erstmals das Direktmandat für Marburg-Biedenkopf - und das will er wieder schaffen, es wäre das fünfte Mal in Folge. Etablierte Konkurrenz hat er inzwischen im CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Heck, der 2013 erstmals in den Bundestag einzog und ebenfalls das Direktmandat für den Landkreis anstrebt.

Bartol will am Samstag während des Parteitages verdeutlichen, wie Bundespolitik in den Landkreis und die Kommunen hineinwirkt - und wie er die Impulse aus seinem Wahlkreis wiederum mit nach Berlin nimmt. Im Gespräch mit der OP spricht er beispielhaft über Infrastrukturprojekte in der Region, die er in der Bundeshauptstadt „als Experte für Verkehr“ vorangebracht habe, deren Umsetzungen er in nächtelangen Diskussion mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erreicht habe. So auch die Vollfinanzierung des A-49-Weiterbaus - wenn nun auch die Abschnitte zwei und drei über öffentlich-private Partnerschaft finanziert würden. „Klar, anders wäre es besser gewesen“, aber nun stehe die Finanzierung im Prinzip, sagt er und betont, dass dies ein Verdienst der SPD sei, „auch, wenn andere behaupten, wir hätten dies verhindern wollen“.

Die A49 ist eines von mehreren großen heimischen Infrastrukturprojekten, für deren Platz im Bundesverkehrswegeplan er sich in Berlin erfolgreich stark gemacht habe, sagt Bartol und zählt auch den B-3-Lückenschluss, den Bau der Ortsumgehung Oberweimar und dem Bau der Ortsumgehung für die B252 im Norden des Landkreises auf. Ebenso den Bahnhof Marburg, „das ist toll, was sich dort getan hat - und er ist ja schließlich der Bahnhof des Jahres geworden“.

Infrastruktur und nochmals Infrastruktur. Was von der Basis kommt, von seiner Arbeit im Wahlkreis als SPD-Unterbezirksvorsitzender und auch als Kreistagsmitglied sei nahtlos mit der Arbeit in Berlin verbunden, sagt Bartol. So auch die Zukunft der Breitbandversorgung. „Wir müssen schauen, wie wir hier vor Ort vorankommen, die Zukunft des ländlichen Raums hängt entscheidend davon ab, beispielsweise die Firmen im Hinterland“, erklärt er und verdeutlicht, dass es darum gehe, wie die das flächendeckende Breitband in Marburg-Biedenkopf weiter ausgebaut werden könne. „Was folgt auf die 50 Mbit?“, fragt Bartol und setzt auf die Förderprogramme des Bundes, „da wird noch mehr kommen, und das müssen wir vor Ort zugunsten unserer Region nutzen“.

SPD fordertgebührenfreie Kita-Plätze

Von Straßen und Datenautobahn zu Familie und Bildung. „Wenn wir es hinkriegen, von Bundesseite die Kinderbetreuung voll zu finanzieren, dann haben wir auch nicht mehr solche Diskussionen wie jetzt in Marburg, wo der Sparzwang der Stadt zu der Erhöhung der Kindergartengebühren führt“, sagt Bartol. Es müsse klar sein, dass das Ziel der SPD die flächendeckend gebührenfreie Kinderbetreuung sei. Der 42-Jährige ist begeistert von seiner Arbeit in Berlin. „Es macht total viel Spaß, ich kann dort viel bewegen, auch für die Region“, sagt er und baut auf das Votum der Parteimitglieder am Samstag, damit er gegenüber den Wählern erneut um eine Verlängerung seines „Vier-Jahres-Vertrags“ werben könne.

Bartol gehört seit 2008 dem Fraktionsvorstand der SPD-Bundestagsfraktion an und ist seit 2013 stellvertretender Fraktionsvorsitzender. In der Fraktion ist er zuständig für Verkehr, Bau und digitale Infrastruktur sowie „Digitale Agenda“.

Beim Parteitag am Samstag werden schätzungsweise 200 Mitglieder aus den SPD-Stadt- und Gemeindeverbänden erwartet. Jedes SPD-Mitglied mit deutscher Staatsbürgerschaft ist stimmberechtigt. Als Gast begrüßt der SPD-Unterbezirk die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die eine Rede halten wird.

Demonstranten haben sich angekündigt, die ab 11 Uhr vor dem Cineplex eine Menschenkette bilden und mit der Ministerin ins Gespräch kommen wollen. Beteiligt sind „Fight for rights“, eine Jugendgruppe aus Stadtallendorf, die sich für die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung einsetzt, der Kinderschutzbund Marburg und Unicef Marburg.

von Carina Becker-Werner

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