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So verhindern Sie Badeunfälle

Serie "Sicher durch den Sommer", Teil 3 So verhindern Sie Badeunfälle

Im Sommer ist das Baden beliebtes Freizeitvergnügen für Kinder und Erwachsene. Leider passieren besonders beim Baden in Seen und Flüssen immer wieder Unfälle, nicht selten mit tödlichem Ausgang.

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Mit einem Schlauchboot fahren Mitarbeiter der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) auf der Ostsee zu einem Übungseinsatz.

Quelle: Jens Büttner

Marburg. Bei Kindern ist das Ertrinken eine der häufigsten tödlichen Unfallursachen, kleine Kinder können bereits in Wasser, das nur wenige Zentimeter tief ist, ertrinken. Das Risiko ist besonders hoch an offenen oder rasch fließenden Gewässern, auch für Kinder, die bereits schwimmen können.

Kinder ertrinken leise, sie machen nicht durch Schreien oder heftige Bewegungen auf sich aufmerksam, wenn sie in Not geraten, sondern gehen oftmals unbemerkt unter. Deshalb dürfen Sie Kinder am oder im Wasser niemals auch nur für kurze Zeit unbeaufsichtigt lassen. Achten Sie darauf, dass Kinder nicht an gefährlichen Stellen (zum Beispiel steile Böschungen, starke Strömung) spielen oder schwimmen.

Schwimmhilfen, Luftmatratzen und aufblasbare Schwimmtiere schützen nicht vor dem Ertrinken. Kopfsprünge in Seen oder Flüsse sind nur dann erlaubt, wenn im Wasser sicher keine Hindernisse sind wie Untiefen, Felsen oder Spannseile von Schwimminseln.

Bei Erwachsenen ist eine häufige Ursache von Ertrinken die kurzzeitige Bewusstlosigkeit aufgrund von Herzrhythmusstörungen oder auch Krampfanfällen sowie bei jungen Erwachsenen das Baden unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Insbesondere Menschen über dem 50. Lebensjahr mit Herzerkrankungen, hohem Blutdruck und Übergewicht sollten bei heißen Temperaturen vorsichtig bei dem Bad im kühlen Meer, See oder Schwimmbad sein, denn schon der plötzliche Temperaturunterschied durch einen Kopfsprung kann gefährliche Herzrhythmusstörungen oder gar einen Kreislaufzusammenbruch auslösen.

Zufahrten niemals zuparken

Da die Rettung in Seen und Flüssen aufgrund Strömung, Wassertiefe und schlechter Sicht auch für professionelle Rettungskräfte schwierig ist, ist dort das Tragen von Schwimmwesten für Kinder wie auch erwachsene Risikopatienten nicht „unsportlich“, sondern möglicherweise lebensrettend.

Falls ein Mensch im Wasser in Not gerät, müssen Sie sofort handeln. Lassen Sie durch eine zweite Person den Rettungsdienst über den Notruf 112 verständigen. Versuchen Sie selbst nur dann die Person am besten zu zweit und mit einer Schwimmhilfe zu retten, wenn dies für Sie gefahrlos möglich ist. Beginnen Sie bei einem Atemstillstand schnellstmöglich mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung (bei kleinen Kindern Mund-zu-Mund-Nase-Beatmung), wenn das Opfer nach fünf Atemzügen keine Reaktionen zeigt, beginnen Sie mit der Herzmassage, die Sie 30-mal durchführen, danach beatmen Sie zweimal. Diesen Rhythmus, 30-mal Herzmassage und zweimal Beatmung, führen Sie fort, bis das Opfer wieder zu sich kommt oder der Rettungsdienst eintrifft.

Und eine Bitte zum Schluss: Damit Rettungsdienst, Feuerwehr und Wasserrettung überhaupt den Notfallort erreichen können, dürfen die Zufahrten besonders bei Badeseen niemals zugeparkt werden. Bereits ein falsch geparkter Pkw kann die Anfahrt für größere Feuerwehrfahrzeuge so blockieren, dass dadurch Menschen sterben können.

von Professor Rolf Maier,
PD Dr. Andreas Leonhardt,
Professor Bernhard Schieffer
und Professor Clemens Kill

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